Das Wasser-Info-Team Bayern e.V. stellt seine Mitglieder vor. Heute: Dipl. Ing. Robert Scherer

Wir vom WIT möchten unseren interessierten Lesern gerne unsere Mitglieder vorstellen.
Heute: Der Geschäftsführer des DVGW Landesgruppe Bayern, Dipl. Ing. Robert Scherer

Das Wasser-Info-Team Bayern e.V. stellt seine Mitglieder vor. Heute: Dipl. Ing. Robert Scherer

Dipl. Ing. Robert Scherer, Geschäftsführer der DVGW-Landesgruppe Bayern – Mit Herz und Verstand für die Natur

Heute möchte das WIT seinen zweiten Vorstand vorstellen, Herrn Dipl.-Ing. Robert Scherer.

Gleich vorneweg: Ein kleines Interview oder Portrait ist viel zu wenig, um dem riesigen Wissens- und Erfahrungsschatz, seinem Leben und seinen vielfältigen Engagements gerecht zu werden.

Herrn Scherers Wirken würde reichen, um ein ganzes Buch zu füllen.

Wir treffen uns am Mittwoch in aller Frühe zum Online-Meeting. Der Termin war für 8 Uhr vereinbart, aber natürlich war ich 15 Minuten vor unserem Treffen bereits online. Und raten Sie mal – der Herr Scherer auch. Der erste Hinweis auf seine einzige Schwäche: er ist ein waschechter Workaholic.

Das erste, was mir ins Auge sticht, ist das wunderschöne Hintergrundbild von einer Blumenwiese mit Alpenpanorama. Als ich ihn darauf anspreche, antwortet er lachend: „Ja, bei uns im DGVW scheint einfach immer die Sonne!“

Im Laufe des Gesprächs stelle ich immer wieder fest: Das muss vor allem am sonnigen Gemüt des Chefs liegen. Er ist wirklich ein sehr humorvoller Mensch, lacht viel, und erzählt in bester Laune aus seinem Leben uns seiner Arbeit.

Eigentlich wollte er Biologie studieren, weil er schon immer naturverbunden war, und sich für Ökologie und die Zusammenhänge in der Natur interessiert war. Am Ende ist er dann in der Versorgungstechnik gelandet.

Dass er ein sicheres Gespür für Zusammenhänge hat, merkt man sofort an der Art, wie er Dinge beschreibt. Er redet über einen Strukturwandel in der Landwirtschaft, vergisst dabei aber nicht darauf hinzuweisen, dass wir natürlich die Landwirtschaft brauchen, nur eben in einer anderen Form. Und dass eben auch alle anderen Anteile der Gesellschaft ihre Aufgaben haben. Die Kommunen brauchen eine Alternative zur derzeit praktizierten Flächenversiegelung, die Forstwirtschaft braucht ebenso eine große Veränderung, und natürlich hat auch jeder und jede Einzelne ihren Anteil an der derzeitigen Lage. „Wir leben alle über unsere Verhältnisse, oder zumindest weit über die Verhältnisse der Natur.“ sagt er. „Ich weiß nicht, ob das auf die Dauer gut geht.“

Bei all den besorgniserregenden Thematiken, vor denen der Wasser-, und Umweltschutz heute steht, wirkt er aber nie ratlos oder verzweifelt. Er denkt sehr lösungsorientiert und interdisziplinär.

„Wir müssen unbedingt erkennen, dass wir eine bayernweite, eigentlich eine deutschlandweite Wasserproblematik haben, und so müssen wir auch darangehen.“

Er betont auch, dass man nicht immer nur den Klimawandel im Blick haben sollte.

„Mir ist es zu wenig, nur vom Klimawandel zu reden. Der ist nur ein zusätzlicher Stressfaktor zu den hausgemachten Problemen, die sich seit ungefähr 200 Jahren, seit der Mensch so einen deutlichen Einfluss auf die Natur nimmt, angehäuft haben. Zum Beispiel haben wir unser Land maschinentauglich gemacht, aber nicht grundwassertauglich. Natürlich wollen wir nicht 200 Jahre zurückgehen in der Entwicklung, aber wir müssen Lösungsansätze finden, und in manchen Teilbereichen vielleicht schon einen Schritt zurück machen.“

Er lässt mich an einem riesigen Wissensschatz teilhaben, erzählt von der oberen Isar, die viel zu wenig Wasser führt, und wieder mehr Kieslandschaften braucht, von alten Pflanzenarten, die am aussterben oder schon verschwunden sind, von Vogelschutz, Weideland, Wasserkraftwerken.

 

 

Sein Wissen über die Vorgänge in der Natur scheint unerschöpflich.

Man spürt deutlich, er wünscht sich eine Veränderung weg von der allgemein vorherrschenden Konsum-Mentalität, hin zu einer naturverbunderen nachhaltigeren Welt.

Selbst beim Thema Artensterben verliert er seinen Humor nicht. „Naja, es hat auch alles seine Vorteile. Ich kann heute von Augsburg bis in den bayerischen Wald fahren, und mein Auto bleibt sauber. Oder wenn ich zum Fischen gehe: ich werde wirklich fast gar nicht mehr gestochen, weil es einfach fast keine Insekten mehr gibt.“ Er lacht herzlich. Eine wirklich sympathische Form von Galgenhumor.

Robert Scherer sucht unermüdlich nach Lösungen, versucht, allen Aspekten gerecht zu werden.

Es gäbe noch so viel von ihm zu berichten.

Er war „tatsächlich“ (sagt er lachend) am Gymnasium, hatte Mathe und Biologie als Leistungskurse und ist sogar im Besitz des großen Latinums. Nach der Bundeswehr entschied er sich dann gegen das Biologie-Studium und für das Studium der Versorgungstechnik an der FH München.

Seine erste Arbeitsstelle war bei einem kleinen Heizungsbauer für Solartechnik, wo er Solaranlagen geplant und gebaut hat, bis er zu den Stadtwerken Augsburg gewechselt ist. Dort hat er sich dann viele Jahre um zahlreiche Projekte gekümmert, die zum Teil bis heute Bestand haben (zum Beispiel hat er am Weltkultur-Erbe „Wasser“ mitgearbeitet), bevor er einen arbeitstechnischen Abstecher nach Franken gemacht hat.

Obwohl er sich auch dort, wie er sagt, wohl gefühlt hat, ist er dann doch wieder zurück nach Oberbayern gekommen, hat unermüdlich weitergearbeitet für seine Herzensanliegen Wasser- und Umweltschutz, und ist jetzt seit eineinhalb Jahren Geschäftsführer beim DVGW.

„Hier kann ich mich jetzt total verwirklichen und meinen Erfahrungsschatz dahin tragen, wo er dann letztendlich zu den richtigen Entscheidungen beiträgt.“

In seiner spärlichen Freizeit renoviert er mit seiner Liebsten deren Elternhaus, pflegt den naturnahen Bauern-Garten mit den historischen Rosensorten, und fährt ab und zu mal eine Runde mit seinem Cabrio. „Es sagt ja keiner, dass wir jetzt alle auf alles verzichten müssen. Es wäre halt wichtig, dass es von allem ein bisschen weniger wird. T´schuldigung, ist halt so.“ sagt er mit einem Augenzwinkern.

Zum Schluss gibt er mir noch einen Buchtipp: „Eheglück“ von Ursula und Wolf-Dieter Unterweger.

So interessant wie das Gespräch mit dem beeindruckenden Robert Scherer war, muss es wirklich ein gutes Buch sein.

Wir vom WIT sind schon gespannt darauf, es zu lesen.

 

Lieber Herr Scherer, vielen Dank für das Interview und die wunderbare Zeit mit Ihnen!

Und für Sie liebe Leser: Es gibt ganz bestimmt in naher Zukunft eine Fortsetzung mit dem Herrn Scherer. Weil, eigentlich könnte man ein ganzes Buch über ihn schreiben.

Liebe Grüße,

Ihr Wasser-Info-Team Bayern e.V.

(Das Interview führte Katrin Zwickl, die „WasserBloggerin vom WIT)

Trinkwasser Bayern
eine Initiative von
Wasser-Info-Team e.V.