Wasserkriege und Konflikte

ZU BEGINN DES 21. JAHRHUNDERTS STEHT DIE ERDE MIT IHREN VIELFÄLTIGEN UND REICHEN LEBENSFORMEN EINSCHLIESSLICH MEHR ALS SECHS MILLIARDEN MENSCHEN VOR EINER ERNSTHAFTEN WASSERKRISE.”UNESCO 200

Die Kriege der Zukunft werden ums Wasser geführt werden

Schon in der Mitte der 1980er Jahre prognostizierte der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Boutros Boutros-Ghali, dass die Kriege in Zukunft nicht mehr um Öl, sondern um Wasser geführt werden, denn ohne Wasser können wir nur wenige Tage überleben.

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Zum einen nimmt die Bevölkerung beständig zu und damit der Bedarf an landwirtschaftlichen Flächen, die häufig nur durch intensive Bewässerung genügend Erträge abwerfen, zum anderen verringert sich die Menge an nutzbarem Süßwasser in vielen Ländern dramatisch – sei es durch Umweltverschmutzung, sei es infolge des Klimawandels oder aufgrund von Verschwendung und Übernutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen – ob nun aus Unwissenheit, Gedankenlosigkeit oder Profitgier. Es handelt sich also nicht um eine globale Ressourcenkanppheit insgesamt, sondern um eine ungleiche Verteilung und einen nicht nachhaltigen Umgang.

wasserkriege und konflikte2Doch Wassermangel kann schnell zu Hunger­kata­strophen führen, denn Land- und Vieh­wirt­schaft sind vom Wasser abhängig und ohne funktionierende Trinkwasserversorgung kann keine Volkswirtschaft funktionieren – die Menschen verarmen. Daher prognostizieren Fachleute für die Zukunft, dass es zu Kriegen und kriegerischen Auseinandersetzungen um den Zugang zu sauberem Trinkwasser kommen wird. So sterben bereits heute, laut Wasserbericht der UNESCO von 2006 täglich fast 4.000 Kinder aufgrund der Folgeneines fehlenden Zugangs zu sauberem Trinkwasser. Rund 1,1 Millarden Menschen haben heute keinen Zugang zu saube­rem Trinkwasser. Es sterben insgesamt mehr Menschen aufgrund dieses Wasser­mangels als in bewaffneten Konflikten.

wasserkriege und konflikte3Erste lokale Konflikte und politische Aus­einander­setzungen innerhalb und zwischen einzelnen Staaten aufgrund von Wassermangel gibt es in einigen Regionen bereits heute. Untersuchungen haben gezeigt, dass Wasserknappheit besonders in jenen Regionen zum Auslöser für Konflikte wird, wo bereits seit längerem Spannungen und zwischenstaatliche Rivalitäten existieren – sei es nun aus politischen, ethnischen oder religiösen Gründen.

Überlebensnotwendiges Gemeingut wird zum Profitobjekt

Fest steht, der Wasserbedarf steigt in vielen Regionen der Erde, gleichzeitig wird die Ressource knapper und vielerorts – gerade in ärmeren Regionen – ist Wasser zum begehrlichen Wirtschaftsgut geworden. Es sind internationale Konzerne, wie Nestlé, die bereits heute überall auf der Welt Trinkwasserquellen aufkaufen und das Wasser, das 2010 von der UN als “Menschenrecht” verankert wurde, wird zum Profitobjekt, an dem sich einige bereichern, während andere es sich nicht mehr leisten können. Während die Grund­wasser­spiegel vielerorts sinken, steigt die Zahl derer, die keinen Zugang zu ausreichend frischem Wasser haben. Da sind weitere Konflikte einfach vorprogrammiert – vor allem in den trocknen Regionen der Erde. Hier sind es vor allem Oberflächengewässer, wie große Flüsse, die zuständig sind für die Wasserversorgung der Menschen und der Landwirtschaft.

wasserkriege und konflikte4Doch Flüsse kennen keine Grenzen. Sie sind die Lebens­ader vieler verschiedener Nationen gleich­zeitig. Laut UNO gibt es 263 sogenannte inter­natio­nale, d.h. grenz­über­grei­fende Wasser­vorkommen, seien es Flüsse, Seen oder unter­irdische Grund­wasser­reser­voirs, bei denen die Nutzungs­rechte nicht geklärt sind. Und dabei handelt es sich immerhin um rund 60 Prozent der frei zugäng­lichen Süß­wasser­reserven auf dem blauen Planeten.

Aktuelle Konflikte rund ums Wasser – Beispiele und Hintergründe

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