Bereits Leonardo da Vinci (1452 – 1519) wusste, dass das globale Wasser
zirkuliert: Meerwasser verdunstet, sich Wolken bilden, die durch den Wind
transportiert und als Regen wieder auf die Erde zurückfallen. Inzwischen ist
bekannt, dass sich das in der Atmosphäre gebundene Wasser alle neun Tage
erneuert. Die Kraft der Sonnenstrahlen bewirken, dass ein gegen die Schwerkraft
wirkender Luftstrom das Wasser, das schwerer als die Luft ist, in Form einer
Wolke entschweben kann.
Die Verdunstung über Wasserflächen, feuchter Erde und
durch Pflanzen wird durch die Wärme hervorgerufen, das Wasser wechselt seinen
Aggregatzustand, erhöht auf diese Weise den Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Der
für das menschliche Auge unsichtbare Wasserdampf kondensiert in kleinsten
Teilchen in der Atmosphäre, die entstehenden Wassertröpfchen sind unendlich
klein und bilden in ihrer gewaltigen Masse den Nebel über dem Erdboden oder
aber die sichtbare Wolke am Himmel. Erst wenn die Auftriebskräfte nachlassen,
das Gewicht der Tröpfchen den Reibungswiderstand der Luft überwindet, nachdem
sich zuvor in größeren Höhen und bei niedrigen Temperaturen Eiskristalle
herausgebildet hatten, an die sich unterkühlte Tröpfchen anlagerten, fallen die
Kristalle je nach Temperaturlage in Bodennähe als Regen, Schnee, Graupel auf
die Erde zurück.
Menschliche Eingriffe
Die natürlichen Kreisläufe des Wassers werden seit langem von
menschlichen Eingriffen beeinträchtigt: Das Trockenlegen von Mooren, Sümpfen,
Feuchtwiesen, Auen, Bruchwäldern vermindert nicht nur die Vielfalt an
Erscheinungsformen von Gewässern und Landschaft und reduziert nicht nur die
Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Es beseitigt vor allem auch Flächen, in
denen Wasser in der Landschaft zurückgehalten wurde, was einen Ausgleich in
Trockenjahren möglich machte. Auch die wachsende Versiegelung von Flächen, das
sofortige Ableiten von Oberflächenwasser in die Kanalisation, verdrängt Wasser
aus der Landschaft. Das beeinflusst das Klima nachteilig, verschärft die
Klimaextreme.