Die Versorgung
der Menschen mit sauberem Trinkwasser klafft weltweit enorm. Über ein Drittel
der Weltbevölkerung gilt als unzureichend mit Wasser versorgt. Gleichzeitig ist
das weltweit verfügbare Trinkwasser seit 1950 um fast zwei Drittel geschrumpft.
Jährlich sterben zwölf Millionen Menschen an Wassermangel oder aber an den
Folgen des Genusses verseuchten Wassers. Um mittelfristig Abhilfe zu schaffen
wären Investitionen in Milliardenhöhe erforderlich. Gleichzeitig werden in den
reichen Ländern bis zu 500 Litern pro Tag pro Kopf verbraucht, wobei nur ein
Bruchteil davon getrunken wird. Allein 50 Prozent werden weltweit für die
Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen verbraucht. Für die Produktion eines
PC werden beispielsweise 20.000 Liter Wasser benötigt, ebenso viel wie für die
Erzeugung von 1 Kilogramm Baumwolle.
Angesichts dieser großen weltweiten Unterschiede vertritt daher Dr. Josef Heringer von der
Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege sicher nicht zu
Unrecht die Meinung „In der Bedeutung wird Wasser dem Erdöl noch den Rang
ablaufen“. In weiten Teilen wird mit dem Wasser nicht nach dem Prinzip der
Nachhaltigkeit gemäß der Agenda – 21 von Rio umgegangen. Besagte Agenda rät zu
einem Prinzip, das das Gleichgewicht von
ökologischen, sozial-kulturellen und ökonomischen Belangen herstellen und
bewahren würde.
Politische und sozial-kulturelle Konflikte
Die Folge der
Ungleichheit sind Wasserkonflikte zwischen den Nationen und Kriege um den Wasserzugang.
Flucht und Völkerwanderung nehmen zu, der
Wasserhandel lockt mit fantastischen Gewinnen, global agierende Konzerne
bemühen sich um die Übernahme der wichtigsten Quellvorkommen. In den betroffenen
Staaten gefährdet Wassernot das existentielle Menschsein, fördert soziale
Ungleichheit und schneidet Kulturen von ihren Quellen ab.
Ökologische Schäden
Übermäßige Wasserentnahme führt zur Austrocknung, falsches Wassermanagement zur
Versalzung, Zufluss chemisch-industrieller Abwasser zur Verschmutzung,
Überweidung zur Verwüstung, Bautätigkeit zur Versiegelung
Ökonomische Auswirkungen
Verwüstung gefährdet die Wirtschaftsexistenz von Völkern, Wasserhandel trifft am meisten
die wirtschaftlich Schwachen, Monopole treiben die Preise in die Höhe, der
Ersatz des natürlichen Wasserkreislaufs durch technische Systeme wird extrem
teuer und entsprechend ungleich zugänglich.
Dr. Heringer hat einige Anforderungen zusammengestellt, die für eine gedeihliche weltweite
Wasserzukunft und damit für die Zukunft der Menschheit insgesamt unverzichtbar
sind:
Information: josef.heringer@anl.bayern.de