Im Zuge der EU-Erweiterung fällt
der Blick auch immer wieder in Richtung der neuen Beitrittsländer und dies
natürlich auch in Bezug auf Wasserversorgung und Wasserwirtschaft. Das
bayerische Umweltministerium hat sich bereits ausführlich mit diesem Thema
befasst, zumal sich die Staaten verpflichtet haben, Voraussetzungen wie die in
den bisherigen Mitgliedsstaaten geltenden zu schaffen.
Nachholbedarf wird den
Ländern im Hinblick auf das Verhältnis von Trinkwasserentnahmen und verfügbaren
Trinkwasserressourcen bescheinigt. Außerdem sind Grundwasser und
Oberflächengewässer nach wie vor hoch belastet. Da die Anpassung an die in der
Europäischen Gemeinschaft geltenden Umweltstandards mit erheblichem
finanziellem Aufwand verbunden ist, wurden zum Teil die Umsetzungsfristen für
die betroffenen Länder erheblich verlängert. Rumänien zum Beispiel wurden ein-
bis zwölfjährige Übergangsfristen unter anderem in den Bereichen
Abwasserbeseitigung in Städten du Trinkwasserstandard zugebilligt.
Energiegewinnung „frisst“
Wasser
Generell stellte man im
Rahmen einer Studie aus dem Jahr der Europäischen Umweltagentur fest, dass in
Europa mehr Wasser zur Verfügung steht als verbraucht wird. Nur 5 Prozent des
verfügbaren Wassers wird nicht an den Wasserkreislauf zurückgegeben. Auf der
anderen Seite wird jedoch oftmals das entnommene Wasser nicht an der Stelle
zurückgegeben, an der es entnommen wird, wodurch typische Entnahmestellen wie
Flüsse und Seen oftmals austrocknen. Dieses Ungleichgewicht macht sich vorallem
in Tschechien und Polen bemerkbar. Sie haben aufgrund nur mäßiger Niederschläge
und einer geringen Anzahl von Zuflüssen die geringsten Trinkwasserreserven pro
Einwohner. Erschwerend kommt ein enormer Wasserverbrauch im Energiesektor
hinzu: 2004 wurden 50 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs in Tschechien und
in Estland für die Energiegewinnung benötigt.