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Das Wasser und die Agenda 21

Erstaunlicherweise spielt das Wasser innerhalb der zahlreichen Agenda 21-Prozesse in ganz Deutschland kaum eine Rolle. Dabei ist das Wasser ein wesentlicher Bestandteil des Naturhaushaltes und reines Trinkwasser unverzichtbar für Mensch und Tier.  Es ist unverzichtbar für unsere Lebensqualität: für Kaffee oder Tee, für die Dusche, das Bad oder mindestens für das Zähneputzen, für das Eis im Orangensaft und die Blumen in der Vase.

Die Agenda 21 hat das Trinkwasser durchaus nicht übersehen. Im Kapital 18 heißt es:
“Oberstes Ziel ist die gesicherte Bereitstellung von Wasser in angemessener Menge und guter Qualität für die gesamte Weltbevölkerung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der hydrologischen, biologischen und chemischen Funktion der Ökosysteme…“ (Kapitel. 18, Absatz 2). Gefordert wird außerdem eine integrierte Planung und Bewirtschaft der Ressourcen, wobei u.a. die Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit lokaler Wasserressourcen bei der Stadtentwicklungsplanung zu berücksichtigen seien.
 
Nachhaltigkeit in der Wasserwirtschaft
Wer sich also – ob unter dem Vorzeichen Agenda 21 oder aber der Heimatliebe oder des Naturschutzes – mit der direkten Umgebung seines Lebens und Wirkens befasst, sollte auch das Wasser nicht übersehen. Denn auch die Wasserwirtschaft braucht Nachhaltigkeit, wie sie das Hauptanliegen der Agenda 21 ist, und diese benötigt örtliches Handeln – eben eine Lokale Agenda 21. Gleichzeitig entspricht  dies der traditionellen kommunalen Aufgabe der Daseinsfürsorge, unter die auch die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung fallen.
HandlungsmöglichkeitenWasserverschmutzung:

  • Wie ist die örtliche Situation beim (Schad-) Stoffeintrag in das Grundwasser und in die Oberflächengewässer? Was lässt sich für eine weitere Verbesserung unternehmen?
  •  Wasserverbrauch: Wie sieht der örtliche Wasserverbrauch aus? Gibt es Möglichkeiten, den Verbrauch durch Privathaushalte, Industrieunternehmen und Landwirtschaft zu reduzieren?
  • Was wird für den langfristigen Schutz der Wasserressourcen getan? Gibt es hier noch weitere Handlungsmöglichkeiten?
  • Wird von der Gemeinde oder Stadt bei der Planung das Wasser berücksichtigt? Gibt es Möglichkeiten, das Wasser im Ortsbild zur Geltung zu bringen?
  • Inwieweit ist das Wasser in der Bevölkerung, bei Kindern und Jugendlichen ein Thema? Welche Wege gibt es, hier öffentliches Interesse und ein starkes Bewusstsein für die Bedeutung des Wassers zuschaffen?
 

Wie für die Agenda 21generell gilt auch für das Thema Wasser: Es ist immer am besten, möglichst viele interessierte und vielleicht auch direkt vom Wasserthema berührte Gruppen ins Boot bzw. an einen Tisch zu holen. Umso vielfältiger sind die Ideen, Aktionen und Chancen auf Maßnahmen mit größerer Breitenwirkung.
 
Die Ergebnisse solcher Runden können vielfältig sein:
 

  • Leitbilder, Zielkataloge, Pläne für den künftigen Umgang mit dem Wasser in der Gemeinde
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  • Kriterien, Regeln, Indikatoren für den nachhaltigen Umgang mit Wasser
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  • Pilotprojekte zur Erprobung, Demonstration und Einführung neuer Verhaltensweisen oder Technologien
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  • Mitmach-Projekte verschiedener Akteure zur Veränderung von Alltagsroutinen
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  • Aktionstage und Projektwochen, Ausstellungen und Wettbewerbe zur Bewusstseinsstärkung und zur Erhöhung der Akzeptanz von Veränderungen in Schulen und Freizeiteinrichtungen, in Einrichtungen der Erwachsenenbildung und in der breiten Öffentlichkeit.
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  • Die Wirkung ist natürlich umso größer, je stärker ist die einzelnen Maßnahmen aufeinander abgestimmt und mit einander verzahnt werden. Nur so lässt sich sicherstellen, dass nicht beispielsweise ausschließlich die Kinder mit Infos und Aktionen bombardiert werden, die Politik und Wirtschaft mit ihren weiterreichenden Entscheidungspotenzialen aber außen vor bleiben.
 

Beispiele

  • In Bremen entwickelten Arbeitsgruppen ein komplettes Ziel- und Bewertungssyastem aus Leitbild, Leitzielen und Indikatoren zum Süßwasser.

  • Die ökologische Landwirtschaft leitet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffeinträge ins Grundwasser und in Oberflächengewässer. Die Stadt München fördert in großem Umfang extensive Landbewirtschaft in ihren Trinkwassereinzugsgebieten weit vor den Stadtgrenzen.

  • Eine Schulpartnerschaft zwischen Bingen und Baturier in Indonesien lässt die Kinder gegenseitig die unterschiedlichen Lebenswelten entdecken. U.a. wurde per Brief und E-Mail, via Text, Zeichnung und Foto gegenseitig der Gebrauch von Wasser im Alltag erforscht: Woher kommt das Trinkwasser? Wer wäscht sich wie? Wie steht es mit dem Wasser zum Trinken, Kochen, Klospülen, Wäschewaschen? Welche kulturelle Bedeutung hat das Wasser bzw. das Meer / der Rhein? Beider Hochwasser schuf ein weiteres gemeinsames Thema.
 

Aktuelles

Aktion "Trinkbrunnen an Schulen"

Das Wasser-Info-Team Bayern setzt sich derzeit verstärkt für die Installation von Trinkwasserbrunnen an Schulen ein, um auf diese Weise die junge Generation zu einem gesunden Trinkverhalten zu animieren und sie gleichzeitig zu sensibilisieren.
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