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Aktion Grundwasserschutz

Trinkwasser für Unterfranken

Nur 28 Prozent des entnommenen Grundwassers sind in Unterfranken aufgrund der geologischen Voraussetzungen und der relativ geringen Niederschlagsmengen zum Trinken geeignet, d.h. 72 % müssen entweder aufbereitet oder aber mit anderen Wässern gemischt werden. Aufgrund dieser Fakten kommt gerade in diesem Gebiet dem Trinkwasserschutz eine besondere Bedeutung zu. Angesichts dieser Fakten hat die Regierung von Unterfranken im Mai 2001 im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums die „Aktion Grundwasserschutz – Trinkwasser für Unterfranken“ ins Leben gerufen. Inzwischen wurden unter diesem Motto eine Reihe von Projekten in Angriff genommen und bereits Resultate erzielt. Zum obersten Ziel hat man die langfristige Sicherung und den Schutz der lokalen Trinkwasserversorgung erklärt. Die Bürger sollen für den Grundwasserschutz mit Hilfe gezielter Informationen und durch eigene Aktivitäten gewonnen werden. Um dieses Ziel zu erreichen hat man die Wasser- und die Landwirtschaft, Medien, Handel, Handwerk und Gewerbe zu Partnern gemacht, indem man sie zur Teilnahme an Modellprojekten motivierte. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sensibilisierung der jungen Generation. Eine Wasserschule leistet hier erstklassige Arbeit

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„Die Aktion setzt direkt bei den Ursachen der Gefährdung an, statt nachträglich Schäden zu begrenzen. Modellprojekte beweisen, dass grundwasserverträgliches Wirtschaften möglich ist. Die Aktion will Aufmerksamkeit wecken, Mut machen, will zeigen, dass sich neues Denken lohnt – für alle“ kann man in einer der Informationsbroschüren der Aktion Grundwasserschutz nachlesen. Entsprechend dieser Prämisse setzten die Initiatoren unter der Federführung des Projektleiters Axel Bauer von der Regierung Unterfranken ihre Kampagne auch auf breiter Basis an. Unterstützt wird die Regierung hierbei von dem Büro pro Natur, das sich als Ideengeber und mit technischer Unterstützung in das Projekt einbringt. Selbstverständlich arbeitet man auch eng mit dem Wasserwirtschaftsamt zusammen und hat versucht die 230 Wasserversorger mit einzubinden, denn sie sind schließlich für den Verbraucher der erste Ansprechpartner.
Einbindung aller Lebensbereiche
Ausgehend von der Tatsache, dass die Gefährdung des Grundwassers von den verschiedenen Wirtschafts- und Lebensbereichen ausgeht, wie zum Beispiel Industrie- und Gewerbebetrieben, Deponien, Energie- und Abwasseranlagen, Siedlungen und Verkehrswegen, Rohstoffabbau und intensiver Landwirtschaft hat man auch entsprechende Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. „Schädlinge bekämpfen ohne Chemie“, „ökologische Vielfalt im Weinberg“, „mit Technik Wasser sparen“, „Kühe im Dienst des Grundwasserschutzes“ sind nur einige der Prämissen die mit kurzen Worten die verschiedenen Möglichkeiten des grundwasserschonenden Wirkens schildern. So soll zum Beispiel der Nitratgehalt des Grundwassers durch Düngerminimierung und durch den Anbau von Pflanzen, die auch mit geringeren Düngergaben gedeihen oder aber die Stickstoff speichern, reduziert werden. Konkret wurde ein derartiges Projekt im Werntal umgesetzt. Doch obwohl die Wasserversorger den  Landwirten in den betreffenden Gebieten einen finanziellen Ausgleich für die Umwandlung von Ackerland in Dauergrünland angeboten haben, reagieren diese dennoch bis dato zurückhaltend, da aufgrund des relativ geringen Viehbestandes die Verwertungsmöglichkeiten für das Grünfutter fehlen und auf der anderen Seite die Getreidepreise enorm gestiegen sind. Um diesen Umständen zu begegnen versucht man ihnen zusätzlich weitere Möglichkeiten des Ertrages aufzeigen, wie zum Beispiel das Gras als Rohstoff- und Energielieferant zu nutzen. Eine weitere Komponente bildet die Unterstützung der landwirtschaftlichen Betriebe in der Weideviehhaltung, um   auf diese Weise den Flächenanteil von Wiesen und Weiden vorallem in den sensiblen Wassereinzugsgebieten zu erhöhen. Der Projektleiter Axel Bauer konstatiert in diesem Zusammenhang, dass gerade ein landwirtschaftlicher Berater vor Ort, der die gleiche Sprache wie die Landwirte spricht von immenser Bedeutung sei, wenn es um die Überzeugungsarbeit geht. Bis dato konnte man im Werntal 1000 ha unter Vertrag nehmen, was sich rein rechnerisch in den Stickstoffbilanzen bereits bemerkbar gemacht hat, somit sich auch in den Wasserwerten in den kommenden Jahren niederschlagen wird.

Ökolandbau = aktiver Grundwasserschutz
Da der Ökolandbau erwiesenermaßen das Grundwasser schont, hat die Aktion Grundwasserschutz im Jahr 2007 mit einer entsprechenden Projektplanung begonnen, die dazu führen soll, dass sich mehr Landwirte für diese Anbauform entscheiden, zumal auch die Chancen auf dem Markt aufgrund der steigenden Nachfrage nach Bioprodukten immer weiter zunehmen. Mittels einer Analyse im Sommer dieses Jahres soll das bestehende Ökoangebot eruiert und mit potentiellen Abnehmern in Unterfranken abgeglichen werden. Anschließend plant man ein auf diese Fakten aufbauendes Paket von Maßnahmen zu schnüren, das den Ausbau des ökologischen Anbaus vorsieht. Vertreter der Landwirtschaft werden in dieser Phase mit staatlichen landwirtschaftlichen Beratern und potentiellen Abnehmern zusammenarbeiten. Eine Art Plattform wird in diesem Punkt das Würzburger Wasserforum im November 2007 bilden. Anfang des neuen Jahres soll dann das Konzept für die Initiative Grundwasserschutz durch Ökolandbau erarbeitet werden, d.h. es sollen Arbeitsplanung und Kostenkalkulation erfolgen. Nach dem Motto „vorbeugen ist besser als sanieren“ werden die vorbeugenden Maßnahmen zum Grundwasserschutz favorisiert und vorgestellt. Gleichzeitig sucht man Partner aus allen Bereichen, wie zum Beispiel der Landwirtschaft, den Brauereien, den Bäckereien sowie weiteren Bereichen, um einen Kette zu schließen, die mit der ökologischen Anbau des Getreides beginnt, sich über die Abnehmer, eben wie zum Beispiel die Bäcker und die Brauereien in der Nachbarschaft hinzieht bis hin zum Endverbraucher, der gezielt nach Produkten fragt, die grundwasserverträglich erzeugt wurden.

Wasser kennt keine Grenzen
Da Fließgewässer und Grundwasser eng miteinander verbunden sind spielt auch die Reinhaltung der Flüsse eine nicht unbedeutende Rolle bei der Aktion, wobei das besondere Augenmerk dem Main gilt, ebenso wie die klimatischen Besonderheiten und die geologischen Besonderheiten der Region, wie schwache Bodenauflagen, durchlässiges Gestein und geringe Wasserspeicherkapazitäten in dem Gesamtkonzept berücksichtigt werden. Im Hinblick auf den Rohstoffabbau hat die Aktion Grundwasserschutz unter anderem Konzepte für die nachhaltige Nutzung aufgelassener Kiesgruben erarbeitet, um eine Belastung des freigelegten Grundwassers zu vermeiden. Diese Planungen haben nicht nur den Grundwasserschutz zur Folge sondern wirken sich gleichzeitig sowohl auf die gesamte Ökologie des Gebietes positiv aus und eröffnen für die Bewohner der Region neue Freizeitmöglichkeiten. Um eine weitere Zersiedlung der Landschaft zu vermeiden werden Anstöße zur Reaktivierung der Ortskerne gegeben.

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Non plus Ultra: Öffentlichkeitsarbeit
Um die gesteckten Ziele zu erreichen setzt man auf die Sensibilisierung der Bevölkerung für den Trink- und Grundwasserschutz. Öffentlichkeitsarbeit ist hier gefragt. Eine Wanderausstellung ist ein Modul dieser Strategie. Im Jahr 2003 wurde die Wanderausstellung zum ersten Mal angeboten und stieß auf ausgesprochen positive Resonanz, wurde seitens der Kommunen, der Wasserversorger, der Fachbehörden, der Schulen, der Umweltstationen und Vereinen und Behörden immer wieder angefordert, inzwischen inzwischen rund 120 Mal gezeigt und hat über 500.000 Besucher erreicht. Die Ausstellung gibt Antworten auf aktuelle Fragen und zeigt Wege zur Sicherung der regionalen Wasserversorgung auf. Quasi im Vorbeigehen sollen die Besucher von Veranstaltungen, Behörden und Messen auf das Thema aufmerksam gemacht werden, ebenso wie die Schüler im Rahmen von Unterrichtsprojekten. Mit Hilfe verschiedener Tafeln werden alle Themen rund ums Wasser veranschaulicht, geben kurze prägnante Texte Antworten auf Fragen, zeigen die spezifische Situation in Unterfranken auf. Ergänzt werden die Tafeln durch ein Landschaftsmodell, ein Terminal als interaktives Ausstellungsmodell, einen Trinkwassersprudler, Aufstellfiguren und Prospektständer. Banner, Glücksrad und Paravent können unter anderem ebenfalls angefordert werden, ebenso wie Variationen für einen wirkungsvollen Aufbau gleich mitgeliefert werden sowie weitere Tipps zur öffentlichkeitswirksamen Präsentation durch unterstützende Aktionen.
 
Ein weiteres Modul stellt  die Einbindung der Medien dar. So konnte man den privaten Fernsehsender TVtouring gewinnen, der in Zusammenarbeit mit der Regierung Unterfrankens und der Pro Natur GmbH mehrere Informationsfilme produzierte, zusätzlich kontinuierlich über die Pilotvorhaben und die Projekte berichtet und den Schulwettbewerb „Trinkwasser Lebensmittel Nr. 1“ sponserte. In Kürze werden im Testlauf zusätzlich sieben Radiospots zu sieben verschiedenen Themen über den Äther gehen.

Das Projekt ist insgesamt ausgesprochen umfassend, greift in alle Lebensbereiche hinein und wird vielleicht auf kurz über lang Schule machen, denn Wasser geht uns alle an, nicht nur die Unterfranken! Daher wird die Lehrerhandreichung auch für alle anderen bayerischen Regierungsbezirke mit Ausnahme Oberbayerns erstellt werden, soll am Tag des Wassers 2008 eine gebündelte Aktion für ganz Bayern erfolgen, soll die Aktion  Grundwasserschutz auf Oberfranken ausgeweitet werden.

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Das Wasser-Info-Team Bayern setzt sich derzeit verstärkt für die Installation von Trinkwasserbrunnen an Schulen ein, um auf diese Weise die junge Generation zu einem gesunden Trinkverhalten zu animieren und sie gleichzeitig zu sensibilisieren.
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