In den
Mittelmeerländern ist der Konsum von Tafelwasser abgefüllt in Plastikflaschen
bereits seit vielen Jahren Usus. Nicht ohne Grund, denn dort handelt es sich
beim Leitungswasser in den seltensten Fällen um Trinkwasser. Doch auch in
Deutschland kommt das Wasser in Flaschen immer mehr in Mode, zumal es seitens
der Werbung als Attribut eines gesunden Lebensstils dargestellt wird. Laut der
Süddeutschen Zeitung verzeichnet die Branche jährlich stattliche Wachstumsraten
von zehn Prozent, da inzwischen in Deutschland über zehn Milliarden (!) Liter
verkauft werden, obwohl das “Flaschenwasser” zum Teil bis zu 100.000 mal teurer
ist als Leitungswasser und in vielen Regionen Europas und Nordamerikas
geringeren Qualitätsstandards unterliegt.
Verpackungsproblematik
Ein weiteres Problem stellt die “Verpackung” dar, denn 70 % der Flaschen
bestehen aus Polyethylenrephtalat, kurz als PET bekannt, das wiederum aus dem
Rohstoff Erdöl hergestellt wird Auch das Recycling der PET-Behältnisse ist nicht ganz
unproblematisch, da nur ein geringer Teil wiederverwendbar ist. Die
Kompostierung kann mit 1000 Jahren angesetzt werden, ist also indiskutabel,
somit bleibt als Alternative noch die Verbrennung oder aber der Export in die
dritte Welt - beides nicht unbedingt umweltfreundliche Varianten. Fließt das Leitungswasser auf direktem Weg in
Trinkwasserqualität vom regionalen Wasserversorger direkt durch den Wasserhahn
ins Haus, muß das in Flaschen abgefüllte Wasser oftmals sehr weite
Transportstrecken mittels LKW, Bahn, Schiff oder Flugzeug zurücklegen. Alle
diese Fakten sprechen für sich, sind jedoch vielen Konsumenten nicht bewußt. Es
liegt also an den Wasserversorgern die Qualität des Trinkwassers, die ständigen
Kontrollen, den relativ niedrigen Preis sowie die Umweltfreundlichkeit noch
stärker hervorzuheben.