Trinkwasserresource Ewiges Eis

Das ewige Eis – größtes Süßwasserreservoir der Welt

Rund 97 Prozent des gesamten Wasservorkommens auf der Erde befindet sich als Salzwasser in den Ozeanen. Nur die restlichen rund drei Prozent sind das für uns so lebensnotwendige Süßwasser. Hiervon sind allerdings wiederum 70 Prozent in der sogenannten Kryosphäre gebunden und als Trinkwasserquelle nur schwer zugänglich.

Während die sogenannte Hydrosphäre alle ober- und unterirdischen Süß- und Salzwasservorkommen des blauen Planeten umfasst, egal ob gasförmig, flüssig oder fest – bezeichnet die Kryosphäre als Teil der Hydrosphäre jenes Wasser, das als Eis und Schnee an den Polkappen, als Inlandeis, in Eisschilden, Gletschern, Eishöhlen oder Regionen mit Dauerfrost (Permafrost) gebunden ist.

Trinkwasserresource Ewiges Eis - Gletscher

Nur die restlichen 30 Prozent des Süßwassers sind leicht zugänglich – als Grundwasser, als Oberflächenwasser, d.h. in Seen, Bächen und Flüssen, oder in der Luft etc. Das heißt, dass der größte Teil des Süßwasservorkommens auf der Erde zumindest zeitweilig nicht oder nur sehr schwer für die Trinkwassergewinnung zugänglich ist. In den Sommermonaten speisen die abschmelzenden Gletscher allerdings viele Flusssysteme und sind damit durchaus ein wichtiger Bestandteil als sichere Trinkwasserquelle für viele Regionen.

Rund ein Drittel der Menschheit ist abhängig von Gletscherwasser

Wichtige Gletschergebiete für die Versorgung mit Trinkwasser sind u.a.:

Klimawandel bedroht das größte Trinkwasserreservoir der Erde

Doch durch den Klimawandel ist auch dieses empfindliche Ökosystem in Gefahr und damit unsere Trinkwasserversorgung. Die Gletscher schmelzen in den letzten Jahrzehnten auf der gesamten Erde dauerhaft und in bisher nicht gekanntem Ausmaß. Beispielsweise ist Süßwasserreservoir der Tiroler Gletscher Vernagtferner in den letzten zwei Jahrzehnten um 110 Millionen m³ unwiederbringlich abgeschmolzen. Eine Menge, die die Region Köln/Düsseldorf in einem Jahr als Trinkwasser verbraucht.

Folgen einer dauerhaften Gletscherschmelze

Die Folgen dauerhaft abschmelzender Gletscher sind gravierend für Regionen, die heute von Gletscherwasser abhängig sind – wie die Andenregionen, die Einzugsgebiete des Himalaya oder die Alpenanrainer.

Trinkwasserresource Ewiges Eis - Strassensenkung

Trinkwasserresource Ewiges Eis - Ähren

  • Eine allgemeine Absenkung des Grundwasserspiegels bedeutet trockene Böden und Wassermangel für die Bevölkerung, für die Landwirtschaft und andere wasserintensive Industrien. Besonders werden Gebiete, die heutzutage nur durch intensive Wasserbewirtschaftung produktiv erfolgreich sind, unter der Gletscherabschmelze zu leiden haben. Das kann langfristig bis zur Gefährdung der Energieversorgung in diesen Gebieten führen.
  • Bevor es zur Wasserverknappung kommt, kommt es allerdings erst einmal zu Überschwemmungen und Hochwasser als Folge der Gletscherabschmelzung, einhergehend mit Schlamm- und Gerölllawinen, die ganze Gebiete unter sich zu begraben drohen. Ein kurzfristiger Nebeneffekt, der als positiv betrachtet werden könnte, kann zeitweilig sogar eine Produktivitätssteigerung in den betroffenen Gebieten sein, weil die Flüsse mehr Wasser führen. Allerdings ist dies nur ein Vorbote der darauf folgenden dauerhaften Trockenheit, mit der diese Regionen langfristig zu kämpfen haben werden.

 

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