Virtueller Wasserverbrauch

Der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch von Trinkwasser greift zu kurz

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Eine direkte Verbindung zu den weltweiten Wasserkrisen scheint es für wasserreiche Länder, wie Deutschland oder auch Frankreich, Großbritannien oder die Niederlande nicht zu geben. Doch auch wir sind Teil dieser Krise.

Der tägliche Trinkwasserverbrauch in Deutschland ist über die Jahre sukzessive gesunken. Er liegt derzeit bei einem täglichen Durchschnitt von rund 121 Litern pro Kopf. Doch wir leben in einer globalisierten Welt mit verteilter Produktion von Gütern, die um die ganze Welt reisen. Da wir wasserintensive Produkte wie Kaffee, Tee oder Jeans importieren und verbrauchen, sind wir nicht nur von unseren landeseigenen, sondern ebenfalls in hohem Maß von globalen Wasserressourcen abhängig und verstärken u.U. den Wassermangel in ohnehin schon wassergestressten Regionen der Erde.

In diesem ganzheitlichen Kontext betrachtet, greift die Berechnung des bisherigen personen­bezogenen Wasserverbrauchs der Bürger eines Landes jedoch eindeutig zu kurz. Wenn wir beispielsweise eine Tasse Kaffee aufbrühen, dann verbrauchen wir aus dem Wasserhahn zu Hause zwar gerade mal rund einen 1/4 Liter. Aber im Kaffee steckt unsichtbar schon jede verbrauchtes Wasser, bis die Bohnen überhaupt bei uns in der Kaffeemaschine landen – nämlich rund 140 Liter.

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Das Konzept des virtuellen Wassers bringt Klarheit

Das Konzept des sogenannten virtuellen Wassers, d.h. des indirekten Wasserverbrauchs, erlaubt hier einen wesentlich ganzheitlicheren Ansatz, da es auch jenes Wasser in die Berechnung mit einbezieht, das verbraucht wird, um ein bestimmtes Produkt herzustellen. Das Konzept liefert uns sozusagen einen Wasser-Fußabdruck. Pionierarbeit hat hier das Unesco Institute for Water Education (Unesco-IHE) geleistet, das seinen Sitz in den Niederlanden hat.

d3-2-4-xart-24257932_xxlNach Berechnung des Wasser­fuß­abdrucks – der sowohl für Personen als auch für ganze Länder erstellt werden kann – ergibt sich eine komplett andere Wasserverbrauchsbilanz. Danach verbraucht beispielsweise jeder Deutsche in Wirklichkeit über 4.000 Liter Wasser pro Tag. Denn soviel Wasser ist erforderlich, um alle Produkte herzustellen, die wir täglich im Schnitt konsumieren – vom Frühstücksei bis zum neuen Auto. Für diesen verdeckten Wasserverbrauch hat das King’s College in London den Begriff “virtuelles Wasser” geprägt. Dabei wird für ein Steak nicht nur das Wasser eingerechnet, das in der Tierhaltung anfällt, sondern auch jenes, das für die Bewässerung der Futterpflanzen benötigt wird, die – in diesem Fall den Rindern – als Nahrung dienen.

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Die Wasserverbrauchsbilanz im eigenen Land kann also vorbildlich sein, doch in Wirklichkeit gehen wir trotzdem verschwenderisch mit der Ressource Wasser um – nur findet diese Verschwendung beispielsweise in Afrika oder Indien etc. statt. Damit belasten wir indirekt den Wasserhaushalt von Ländern, die in den meisten Fällen eh bereits von Wassermangel bedroht sind. Wenn man diese Zusammenhänge betrachtet, wird schnell klar, dass wir durch bewussteren Konsum von Lebensmitteln, Textilien, Investitions- und Verbrauchsgüter den weltweiten Wasserhaushalt wesentlich mehr beeinflussen können, als beispielsweise nur durch eine neue Spülstopp-Taste im heimischen Badezimmer.

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Am Beispiel von Erdbeeren oder Tomaten etc. lässt sich deutlich erkennen, wo wir als Verbraucher Wasser einsparen können. Wenn wir beispielsweise Obst und Gemüse regional und saisonbedingt einkaufen, kaufen wir Erdbeeren, die bei uns im Sommer i.d.R. ohne künstliche Bewässerung auf den Feldern wachsen. Kaufen wir dagegen im Winter Erdbeeren, so können wir davon ausgehen, dass sie aus bewässerungsintensivem Anbau im südlichen Europa oder noch weiter entfernten Ländern stammen. Sehr Bewässerungsintensiv sind auch Produkte aus Baumwolle, hier kommt zudem erschwerend hinzu, dass Baumwolle vielfach mit enormen Pestizidmengen behandelt wird. Hier ist die Bilanz des Wassers, das in den Kreislauf zurückfließt denkbar ungünstig, da es das Grundwasser durch verschiedenste – teils gesundheitsgefährdene – Schadstoffe erheblich belastet.

Durchschnittlicher indirekter Wasserverbrauch für diverse Produkte - Beispiele
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1 Tasse Kaffee = 140 Liter
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1 Ei = 200 Liter
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1 Glas Milch = 200 Liter
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1 Tasse Tee = 35 Liter
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1 ca. 250g-Rindersteak
= 4.000 Liter
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1 ca. 250g-Schweineschnitzel
= 1.200 Liter
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1 Apfel = 70 Liter
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1 Schokoriegel = 2.000 Liter
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1kg Erdbeeren = 200 Liter
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1 Baumwoll-T-Shirt
= 2.700 Liter
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1 Jeans = 6.000 Liter
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1 1 Neuwagen
= bis zu 400.000 Liter

Neuer Maßstab für Wohlstand EU-weit geplant

d3-2-4-xart-24585213_xxlAuch Brüssel plant für die Zukunft, einen neuen Umweltindex zu schaffen, der den bisherigen Index des Bruttoinlandsprodukts (BIP) als Maßstab für Wohlstand ersetzen und um die Bestandteile “Wassergebrauch” und “Wasserverschmutzung” ergänzen soll.

Durch das Konzept des virtuellen Wassers würde dann die Realität erheblich besser abgebildet werden, da der Wasserbedarf von Industrie und Landwirtschaft während der Produktionsphase miterfasst würden.

 
 
 

Verschwendung

Beim Wasser leben wir über unsere Verhältnisse. Als kurzfristige Lösung für die Wasserknappheit haben wir immer größere Wasser­mengen aus unseren Oberflächen- und Grundwasser­reser­voirs entnommen. Raubbau ist jedoch keine nachhaltige Wirtschafts­weise. Der Raubbau an unseren Wasser­res­sour­cen hat gravierende Auswirkungen auf die Qualität und Quantität des verbleibenden Wassers sowie auf die Ökosysteme, die von diesem Wasser abhängen. Wir müssen die Nachfrage drosseln, die Entnahmemengen auf ein Minimum reduzieren und die Effizienz der Wassernutzung verbessern.
Jaqueline McGlade, Verwaltungsdirektorin der Europäischen Umweltagentur

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Ausbeutung und Verschmutzung von Trinkwasser – globale Krise schreitet voran

e4-1-3-15273619_xxlWeltweit entwickelt sich Trinkwasser mehr und mehr zu einem knappen Gut. Die Regionen, die unter Wasserstress nehmen zu. Millionen Menschen in den Dritte-Welt-Ländern haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Doch auch reiche Staaten bleiben vom Wasserstress nicht verschont. So geriet der US-Staat Kalifornien in die Schlagzeilen, weil der Gouverneur des Landes den Wasserverbrauch, wie beispielsweise Rasensprengen, aufgrund einer extremen Dürre­periode drastisch einschränkte.

Der Großteil des weltweiten Wasserbedarfs fällt nach wie vor in der Landwirtschaft an. Mit steigender Tendenz: Man geht davon aus, dass der Wasserverbrauch ca. doppelt so schnell steigt, wie die Wachstumsquote der Erdbevölkerung. Um immer mehr Menschen zu ernähren, werden in vielen trockenen Regionen der Erde immer neue landwirtschaftliche Flächen erschlossen, die nur durch eine intensive Bewässerung ertragreich sind. Hier sind beispielsweise Wasserkonflikte durch Umleitungsaktionen vorprogrammiert.

Verschwendung von Grundwasserressourcen

Vor allem in aufstrebenden, bevölkerungsstarken Ländern – wie Indien, Pakistan oder China – wird der Wasserbedarf zudem durch wachsenden Wohlstand steigen, da der landwirtschaftliche Wasserverbrauch auch stark vom Konsumverhalten abhängig ist. Steigt beispielsweise der Fleischanteil bei der Nahrung, erhöht sich der Wasserverbrauch exponentiell: Für rein vegetarische Nahrung reichen im Durchschnitt pro Kopf 260 m3 jährlich, bei einem 20-prozentigen Fleischanteil vervierfacht sich die Menge.

Hier werden häufig schon in der Gegenwart die Grundwasserreserven angegriffen, die eigentlich für die Zukunft reserviert sind.

Aber auch im Südwesten der USA wird trotz Wassermangel in weiten Regionen intensive Landwirtschaft oder auch Weinanbau betrieben und dabei Mengen von Grundwasser verbraucht, gleiches gilt für Südspanien, wo beispielsweise riesige Erdbeerplantagen künstlich bewässert werden, während sich in der Region erste wüstenartige Flächen bilden.

Da unsere Grundwasserquellen unterirdisch verbunden sind, sinkt der Grundwasserspiegel für weite Regionen und immer mehr Brunnen versiegen. So müssen bereits heute Mexiko City im Sommer ganze Stadtteile mit rationiertem Wasser aus Tankwagen versorgt werden.

Im Jemen – einem immer schon wasserarmen Land – fließt das knappe Gut Trinkwasser in den Anbau der Kathpflanze, einer dort weitverbreiteten Alltagsdroge, während die dortige Landwirtschaft das Nachsehen hat. Von der Lähmung der Gesamtgesellschaft gar nicht zu reden.

Verschwendung von Oberflächenressourcen

Aber nicht nur die Grundwasserreserven werden oft gedankenlos verbraucht, auch Überflächengewässer, wie Flüsse und Seen – werden verantwortungslos in zu starker Weise angezapft und strapaziert. Ein Beispiel ist der Aralsee, der einmal der viertgrößte See der Welt war. Hier werden seinen beiden Zuflüssen bereits seit den 1930er Jahren große Mengen an wasser entnommen, um große Baumwollfelder in Kasachstan und Usbekistan zu bewässern. Als Folge ist der See mittlerweile dramatisch geschrumpft und sein ursprünglich schwacher Salzgehalt hat enorm zugenommen. Hinzu kommt noch die starke Verschmutzung durch jahrzehntelange Einleitung von Pestiziden, die das verbleibende Wasser verseucht und den See als Trinkwasserlieferant zerstört.

In den Schwellen- und Entwicklungsländern kann die oftmals ungenügende Abwasserentsorgung zudem nicht nur zu einer starken Verunreinigung des Grundwassers führen, sondern auch mancherorts Spannungen zwischen den Anrainern an Flussober- und -unterlauf provozieren. Wenn Haushalts- und Industrieabwässer sowie landwirtschaftliche Schadstoffeinträge in den oberen Flussregionen ungeklärt in die Gewässer eingeleitet werden, hat dies einen unmittelbaren negativen Einfluss auf die Wasserversorgung in den Gebieten an den unteren Flussregionen. Die Folge: Dort steigt der Bedarf an sauberem Wasser, das vorher jahrhundertelang aus dem Fluss kam.

Eine weitere Quelle der Wasserverschwendung ist der Massentourismus. In Nordafrika und dem Mittelmeerraum werden große Wassermengen – auch in trocknen Sommern – für grüne Rasenflächen, Golfplätze oder Swimmingpools gebraucht. Und auf mancher Urlaubsinsel werden die Touristenmassiven durch Tankschiffe mit Trinkwasser versorgt werden. In alpinen Wintersportgebieten greifen dagegen Maßnahmen wie Schneekanonen in den regionalen Wasserhaushalt ein.

Europa und der nachhaltige Umgang mit Trinkwasser

In Europa wird mit der Ressource Wasser dagegen häufig noch recht sorglos umgegangen. Doch auch hier mehren sich die mahnenden Stimmen. So berichtet die Europäische Umwelt­agentur (EUA) in ihrer Studie „Wasserressourcen in Europa – gegen Wasserknappheit und Dürre“ ausführlich über drohende Dürren und übermäßigen Wasserverbrauch in der EU. Am heftigsten ist dabei der Süden Europas betroffen, doch auch der Norden wird – nicht zuletzt aufgrund der Klimaveränderung zunehmend extreme Dürre­perioden erleben. Schon heute kommt es auch in Deutschland in einigen Regionen vermehrt zu Waldbränden und Ernteverlusten durch anhaltende Trockenheit.

Für einen nachhaltigeren und schonenden Umgang mit der Ressource Wasser

Viele Staaten entnehmen ihren Wasserreserven bereits heute mehr Wasser als Niederschläge fallen oder greifen auf ihre tieferliegenden Grundwasserreserven für die Zukunft zurück, ohne sie wieder aufzufüllen. Dabei sind die Gründe für die Verschwendung vielfältig und reichen von Unwissenheit und Gedan­ken­losigkeit über mangelnde Wartung bei öffentlichen Wasserversorgungssystemen bis hin zu wirtschaftlicher Ausbeutung und Profitgier.

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Statt weiter unverantwortlich einfach weiter die Entnahmemengen zu erhöhen und damit die Ressourcen für kommende Generationen zu plündern, plädiert die EUA für eine Minimierung der Nachfrage und hat verschiedene Strategien und Verfahren zusammengestellt, damit der Paradigmawechsel in Richtung schonenderer Umgang mit unserer wichtigsten Ressource, dem Wasser, gelingt:

Strategie-Vorschläge der EUA
  • In allen Bereichen – inklusive der Landwirtschaft – sollte der Wasserpreis auf Grundlage der tatsächlich entnommenen Menge berechnet werden.
  • Regierungen sollten sich verstärkt auf das Risikomanagement anstatt aufs Krisenmanagement konzentrieren und Pläne in Sachen Dürre-Management entwickeln und vor allem realisieren.
  • In Gebieten mit Wasserknappheit sollten keine wasserintensiven Bioenergiepflanzen angebaut werden, wie beispielsweise Mais.
  • Um die Effizienz und nachhaltige Nutzung von Wasser in der Landwirtschaft zu fördern und zu verbessern, sollten die richtigen Pflanzen und Bewässerungsverfahren ausgewählt und kombiniert werden. Zudem sollten Beratungsprogramme für Landwirte diesen Prozess unterstützen, ebenso wie EU- und nationale Fonds und eine gemeinsame EU-Agrarpolitik.
  • Maßnahmen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit sind wichtiger Bestandteil der Strategie, um eine nachhaltige Wassernutzung in der EU zu etablieren. Dazu gehören beispielsweise die Vergabe von Umweltzertifikaten und -zeichen sowie die Einführung von Bildungsprogrammen für Schüler.
  • Zudem sollten alle öffentlichen Wasserversorgungssysteme optimal gewartet werden. In einigen Regionen Europas beträgt der Wasserverlust durch Lecks ca. 40 Prozent des Gesamtwasserverbrauchs.
  • Zudem sollte die illegale Wasserentnahme, die in einigen Ländern der EU – meist zur landwirtschaftlichen Nutzung – weit verbreitet ist, stärker geahndet werden. Dazu gehören sowohl Überwachungsmechanismen als auch Strafmaßnahmen.
  • Um den Wasserstress zu vermeiden oder zu verringern sollten Behörden Anreize schaffen zur stärkeren Nutzung von alternativen Möglichkeiten in der Wasserversorgung. Das kann u.a. die Nutzung von geklärtem Abwasser sein, von Grauwasser oder auch von gesammeltem Regenwasser.

Auch die UN warnt vor anhaltender Verschwendung der Ressource Wasser

Auf dem Budapester Wassergipfel im Jahr 2013 forderte UN-Generalsekretär Ban-Ki-moon der weltweiten Verschwendung der lebensnotwendigen Ressource Wasser endlich Einhalt zu gebieten. In Zukunft müsse es vielmehr darum gehen, die vorhandenen Quellen mithilfe internationaler Absprachen gerechter und intelligenter zu nutzen – nicht zuletzt, um Nahrungsmittelsicherheit zu garantieren und die Folgen des Klimawandels einzudämmen.

Der indirekte Wasserverbrauch – Indikator unserer Verschwendung

e4-1-3-24257932_xxlIn Deutschland sind viele stolz auf ihren sparsamen Wasserverbrauch. Doch wir leben in einer globalisierten Welt – mit verteilten Produktionsabläufen und viele wasserintensive Herstellungsprozesse für Dinge unseres täglichen Gebrauchs haben wir ins Ausland verlagert. Bevorzugt in arme Länder der sogenannten Dritten Welt. In Länder, die bereits aus klimatischen Gründen unter Wasserstress leiden und für ihre Bevölkerung kaum ausreichend sauberes Trinkwasser bereitstellen können. Rechnen wir zu unserem täglichen Wasserverbrauch die Wasserressourcen für die Herstellungsprozesse unserer Ge- und Verbrauchsgüter hinzu, sieht die Bilanz weitaus weniger vorbildlich aus. Wir sind zwar im eigenen Land sehr sparsam mit der Ressource Wasser, leider sind wir jedoch bei der Verschwendung des Wassers in anderen Ländern ganz vorn mit dabei.

 
 
 

Problemfelder Wasser

Gefahren für das Trinkwasser

Sauberes Wasser ist ein hohes Gut. 2010 erklärte es die UN daher zu einem Menschenrecht. Es gibt ohne Wasser weder Landwirtschaft noch Industrie. Und ohne Wasser kann der Mensch nur wenige Tage überleben. Aber nur 0,3 Prozent der weltweiten Wasservorräte, die sehr ungleich verteilt sind, stehen direkt als Trinkwasser zur Verfügung. Während die Industrie­län­der i.d.R. ausreichend mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser versorgt sind, gilt dies nicht für Milliarden Menschen in den Schwellen- und Entwicklungs­ländern. Doch zunehmend sind auch Länder, die bisher über ausreichend sauberes Wasser verfügten, betroffen. Die Gründe hierfür sind vielfältig:

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Übernutzung der Wasserressourcen
D.h. es wird mehr Grundwasser ver­braucht, als die Natur durch Nieder­schläge wieder bereit­stellen kann. Die Verur­sacher kommen vor allem aus der indu­striellen Fertigung, besonders aus der Nahrungs­mittel­produktion. Weltweiter Spitzenreiter beim Wasser­ver­brauch ist eindeutig die Land­wirtschaft, die rund 75 Prozent der Wasser­vorräte verbraucht. > more
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Bevöl­kerungs­wachstum und demografischer Wandel
Dieses treibt den Wasser­konsum ebenfalls in die Höhe, indem z.B. der Nahrungs­mittel­bedarf steigt. So wird sich der Wasser­bedarf Indiens bis 2050 laut UNEP-Prognose um ca. 30 Prozent erhöhen. > more

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Klimawandel
Die globale Erwärmung wirkt sich direkt auf den globalen Wasserkreislauf aus. Heftigere Regenzeiten, aber auch längere Trockenzeiten in bereits schon trockenen Regionen werden erwartet, was meist unmittelbar Ernteausfällen zur Folge hat. Seit den 1970er Jahren haben sich die „sehr trockenen“ Regionen bereits verdoppelt. Häufigere Dürreperioden werden z.B. zudem für Teile von Südafrika oder Brasilien vorausgesagt. > more
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Wasserverschmutzung
Aufgrund der zunehmenden Verstädterung sowie Industrie-Abwässer und -Abfälle nehmen irreversible Umweltschäden zu. Bereits heute sind rund 200 Millionen Chinesen aufgrund eines jahrzehntelangen, unkontrollierten Industriewachstums ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser. > more