Trinkwasserspeicherung

Versorgugssicherheit als oberste Prämisse

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Aufgrund schwamkender Bedarfe im Verlauf eines Tages oder zu verschiedenen Jahreszeiten wird jeweils fertig aufbereitetetes Wasser zwischengespeichert. Durchschnittlich halten bayerische Wasser­versorger aus Gründen der Versor­gungs­sicherheit einen mittleren Tagesbedarf von rund 130 Liter pro Einwohner vor. Damit ist das Wasser­versor­gungs­unternehmen jederzeit für Spitzen­bedarfe oder auch für Ausnahme­situationen, wie beispiels­weise ein Großbrand – auch die Hydranten werden von den Wasser­werken mit Wasser versorgt – gerüstet.

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Maßnahmen zur Druckerhöhung

Wo der Druck nicht ausreicht, um höher gelegene Regionen zu versorgen, werden Druckerhöhungsanlagen eingesetzt. Diese pumpen das Wasser in riesige Zwischenwasserspeicher, sogenannte Hochbehälter, von denen aus auch höher gelegene Areale versorgt werden können.

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Beispiele für künstliche Wasserspeicher

Hochbehälter

Gängige Hochbehälter in Bayern haben ein Volumen zwischen 500 und 130.000 m³. Aufgrund ihrer exponierten Höhenlage sorgen sie für einen zusätzlichen Wasserdruck. Hochbehälter sind bei fast allen Wasserversorgungsunternehmen im Einsatz. Da ihr Wasserspiegel jeweils höher als das zu versorgende Gebiet liegt, fließt das gespeicherte Wasser mit natürlichem Gefälle in die Haushalte.

Hochbehälter dienen u.a.

  • dem Ausgleich von Verbrauchsschwankungen,
  • dem gleichmäßigen Druckerhalt im Versorgungsnetz,
  • der Notversorgung und
  • der Speicherung eines Wasservorrates für Löschzwecke.

Wird der Hochbehälter in entsprechender Höhe gebaut, ist damit der beabsichtigte Versorgungsdruck gegeben. In hügeligem Gelände können Hochbehälter auch auf unterschiedlichen Höhen platziert sein, um unterschiedliche Druckstufen zu bedienen.

Darüber dienen die Behälter aber nicht nur dem Druckaufbau, sondern können gegebenenfalls den Druck auch reduzieren. Dies ist vor allem in Versorgungsgebieten mit großen Höhenunterschieden der Fall. Hier werden Hochbehälter auch als sogenannte Durchflussbehälter verwendet, damit der Druck an der tiefsten Stelle des Versorgungsgebiets nicht zu groß wird.

Wasserturm

Eine besondere Form der Wasserspeicher sind Wassertürme. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – während der sogenannten Gründerzeit – wurden Wassertürme in Deutschland in großer Zahl gebaut, um die öffentliche Trinkwasserversorgung in den rapide wachsenden Städten zu gewährleisten.

Wassertürme besitzen im oberen Teil einen Hochbehälter, der aufgrund des hydrostatischen Drucks funktioniert und der bei Bedarf auch als Druckausgleichsbehälter für das Versorgungsnetz dienen kann. Pumpen werden nur zum befüllen des Behälters benötigt. Wird Wasser aus dem Netz entnommen, führt dies zu einer Reduzierung der Wassermenge im Hochbehälter. Dieser wird dann wieder mit neuem Wasser befüllt, um den Wasserpegel möglichst auf gleicher Höhe zu halten und damit auch den Druck im Gesamtnetz.

Zeitweilig hatten Wassertürme den Charakter eines Wahrzeichens einer Stadt oder einer Region, da sie an exponierter Stelle gebaut wurden und architektonisch oft sehr ausgefallen angelegt waren.

Heute werden nur noch äußerst selten neue Wassertürme gebaut, weil erstens ihre Speicherkapazität beschränkt ist und zweitens der Bau um ein Vielfaches teuerer ist, als bei anderen Wasserspeicher.

Tiefbehälter

Tiefbehältern sind Saugbehälter für Pumpwerksanlagen. Der Wasserspiegel des Speichers liegt hier tiefer, als es dem Versorgungsdruck entspricht. Sie dienen u.a. dem Ausgleich von Verbrauchsschwankungen. Dann wird das Wasser mit Pumpen in den Versorgungskreislauf befördert.

Erdhochbehälter

Der Speicher wird an einem erhöhten Platz zumindest teilweise in die Erde eingebaut oder mit Erde überdeckt. Es ist eine sehr wirtschaftliche und betriebssichere Hochbehälter Form.

Löschwasserspeicher

Wo es keine zentrale Wasserversorgung gibt – wie beispielsweise bei sehr kleinen Landgemeinden – oder wo die Hochbehälter nicht groß genug sind, um ständig einen Speichervorrat an Löschwasser für den Fall eines Großbrandes bereitzuhalten, gibt es als Alternative oft gesonderte Löschwasserspeicher. Hier wird an das Wasser keine besonderen hygienischen Anforderungen gestellt. Als „Quelle“ können Oberflächengewässer, beispielsweise kleine Weiher oder künstlich angelegte Löschteiche genutzt werden.

Stauseen

Stauseen sind Stillgewässer, die künstlich angelegt wurden und als Wasserspeicher dienen können.

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