Schwermetalle

Schwermetalle können über die Hausinstallation ins Trinkwasser gelangen. Besonders Blei, Kupfer, Nickel und Eisen können durch Rohre und Wasserhähne ins Wasser gelangen, da sie Bestandteile ihres Materials ins Wasser abgeben. Hier können die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung u.U. überstiegen werden und so die Gesundheit nachhaltig gefährden. Dies gilt insbesondere für Wasser, das über eine längere Zeit in den Leitungen steht – das heißt, einen besonders hohen Stagnationswert aufweist.

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Schwermetalle - Beispiele
 
Aluminium

Eines der häufigsten Metalle, das in der Erdkruste vorkommt, ist Aluminium. Es kommt allerdings nur in Verbindungen vor, beispielsweise als Aluminiumsilikate. Da diese kaum löslich sind, ist jedoch eine größere Mengen an Aluminium im Rohwasser nicht zu erwarten. Ins Trinkwasser gelangt Aluminium i.d.R. nur über Flockungsmittel, die zur Entfernung von unerwünschten Trübungen dem Wasser zugesetzt werden. Darüber hinaus kann auch Geschirr aus Aluminium das Wasser belasten.

Auch wenn Aluminium an sich ungiftig ist – es ist ein Leichtmetall und zählt nicht zu den Schwermetallen – kann es jedoch als Konkurrent zum Calcium, die Knochenstruktur negativ beeinflussen.

Blei

Blei gehört zu den giftigen Schwermetallen und kann im Leitungssystem – sowohl in den Rohrleitungen als auch in der Hausinstallation – ausgewaschen leicht werden. Da Blei leicht zu gießen, zu formen und zu bearbeiten ist, wurde es bis in die 1960er Jahre in vielen Regionen Deutschlands standardmäßig in der Hausinstallation verwendet. In Süddeutschland ist die Wahrscheinlichkeit einer Bleikontamination geringer, da man hier bereits 1878 auf das Verlegen von Bleileitungen verzichtet wurde, im übrigen Deutschland kamen Bleirohre jedoch zum Teil noch bis 1973 zum Einsatz. Vor allem in Ballungsgebieten Nord- und Ostdeutschlands tritt das Problem „Blei aus den Rohren“ auch noch heute gelegentlich auf. Die einzige Lösung heißt in diesem Fall – die Rohre müssen raus.

Aufgrund der hohen Giftigkeit der chemischen Verbindungen, die häufig aus dem ausgewaschenenen Blei entstanden kommen Bleirohre seit den 1970er Jahren nicht mehr zum Einsatz. Daher sind hier nur alte Leitungssysteme extrem gesundheitsgefährdend. Besonders Kinder sind durch bleihaltiges Trinkwasser in ihrer geistigen Entwicklung gefährdet.

Wird das Schwermetall über Jahre hinweg in kleinen Dosen aufgenommen beeinträchtigt es die Blutbildung und Intelligenzentwicklung von Ungeborenen, Säuglingen und Kleinkindern. Zum Schutz dieser Risikogruppe wurde der Grenzwert für Blei im Dezember 2003 von 40 auf 25 Mikorgramm pro Liter gesenkt. Heute darf der Bleigehalt 10 Mikrogramm pro Liter betragen.

In der Trinkwasserversorgung ist der Grenzwert von Blei in den letzten Jahren stetig verschärft worden – von über 0,040 mg/l, auf 0,025 mg/l, ab Ende 2013 auf 0,010 mg/l. Es ist davon auszugehen, dass der Grenzwert schon jetzt nur dann einzuhalten ist, wenn keine Bleileitungen in der Hausinstallation mehr vorhandenen sind.

Erkennen lassen sich Bleirohre einerseits anhand ihrer dunkelgrauen Färbung und ihrer teils „geschwungenen“ Verlegung, aber auch eine Klangprüfung oder das Ankratzen der Oberfläche kann einen Hinweis geben.

Chrom

Chrom ist ein Schwermetall das – je nach Oxidationsstufe – sehr verschiedene Eigenschaften hat. Elementares Chrom wird in Legierungen – beispielsweise als rostfreier Stahl – und als Überzug – beispielsweise bei Armaturen – verwendet und ist in der jeweiligen Kombination komplett unschädlich. Chrom III ist sogar lebenswichtig und spielt im Zuckerstoffwechsel eine Rolle. Eine Gefahr geht jedoch von Chrom VI aus. Chrom IV ist krebserregend und kann zu heftigen Allergien und Hautveränderungen führen. Technisch wird Chrom IV als starkes Oxidationsmittel verwendet. Gelangt der Stoff ins Trinkwasser besteht schon bei sehr geringen Mengen ein hohes Gesundheitsrisiko.

Eisen

Eisen ist zwar für den Menschen essentiell, doch im Trinkwasser ist unerwünscht. Besonders eisenhaltiges Wasser riecht und schmeckt unangenehm und die bräunliche Trübung des Wassers wird ebenfalls als äußerst unangenehm empfunden.

Eisen kommt im Rohwasser als lösliches Eisen II vor, nach Anreicherung mit Sauerstoff entsteht Eisen III und ist als Eisen-Oxid-Hydroxid für Rost im Wasser verantwortlich. Bei hohem Eisengehalt wird daher im Wasserwerk eine Enteisung vorgenommen, damit bei den Verbrauchern klares, ungefärbtes und geschmacklich unauffälliges Wasser aus der Leitung fließt. Auch aus technischer Sicht ist eine Enteisung empfehlenswert, da es sonst zu vermehrten Ablagerungen in den Leitungen, technischen Anlagen und der „Badkeramik“ kommen würde.

Kupfer

Auch Kupfer ist ein Schwermetall, Allerdings liegen hier die Grenzwerte in der Trinkwasserverordnung für Erwachsene vergleichsweise hoch – bei 2 mg/l, da es für Erwachsene als relativ verträglich gilt. Für Kleinkinder ist Kupfer allerdings problematisch und kann zu Leberschäden führen. Es gab in Deutschland sogar Todesfälle in Folge von Kupfer-induzierten Leberschäden bei Babys.

Im Rohrleitungsbau weist Kupfer als relativ edles Metall einige Vorteile auf, daher hat es sich neben der Verwendung im Warmwasserbereich auch im Kaltwasserbereich zunehmend durchgesetzt.

Nickel

Nickel ist ein giftiges Schwermetall, auf das viele Menschen mit Allergien reagieren. Nickel kann durch das Auswaschen von Armaturen ins Trinkwasser gelangen. Das Ablaufenlassen des Stagnationswassers reduziert die mögliche Aufnahme durch das Trinkwasser.

Zink

Zink selbst ist nur wenig toxisch und i.d.R. keine Gefahr für die Gesundheit. Es kann über feuerverzinkte Stahlrohre ins Trinkwasser gelangen. Das Problem ist jedoch, dass die Zinkschicht auch ein Prozent Blei enthält, das über die Jahre ausgewaschen werden kann. Außerdem können auch Spuren von Cadmium freigesetzt werden.

Uran

Beim Schwermetall Uran denken die meisten Menschen zuerst an Radioaktivität. Die meisten Uranisotope sind jedoch nur schwach radioaktiv. Die Gefahr des Urans liegt in seiner Giftigkeit. Es kann beispielsweise zu schweren Nierenschäden führen. Auch hier sind besonders Säuglinge und Kleinkinder gefährdet.

Uran, das in Gesteinen und Mineralien vorkommt, kann über Auswaschung erst ins Grundwasser und von hier ins Trinkwasser gelangen. Seit einigen Jahren sind auch Phosphatdünger in die Diskussion geraten, weil sie Uran enthalten, das zur Grundwasserverschmutzung beiträgt.