Pflanzenschutzmittel

Vor- und Nachteile von Pflanzenschutzmittel

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Pflanzenschutzmittel (PSM) werden von Landwirtschaft und Agrarindustrie standard­mäßig zur Bekämpfung von Schäd­lingen, Pilzen und Unkraut eingesetzt. Außer­dem tragen sie dazu bei, Ernteausfälle zu redu­z­ieren, Erträge zu erhöhen und die Lagerfähigkeit der Pflanzen zu steigern.

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Die negative Seite: PSM bilden häufig Rückstände oder Abbauprodukte, die wesentlich giftiger sind als der Ursprungsstoff. Gelangen diese nun ins Grundwasser, bedrohen sie unmittelbar die Qualität unseres Trinkwassers. Der EU-weite Grenzwert für PSM beträgt daher 0,1 Mikrogramm pro einem Liter Trinkwasser.

Hauptprobleme beim Einsatz von PSM

  • Gefahr der Resistenzbildung bei Insekten, Pilzen oder Unkräutern gegenüber einzelnen Wirkstoffen
  • Rückstände können andere Ökosysteme sowie die Gesundheit von Mensch und Tier gefährden

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Problem Atrazin

Die größte Rolle bei Pflanzenschutzmitteln, deren Rückstände regelmäßig im Trinkwasser ge­­funden werden, spielt Atrazin und sein Abbau­produkt (Metabolit) Desethylatrazin. Atrazin wird über­wiegend als Herbizid für Maiskulturen ein­ge­setzt, aber auch zur Unkrautvernichtung auf Industrie- und Verkehrsflächen sowie Gleisanlagen.

Die Wirkung von Atrazin

Das Herbizid wirkt wachstumshemmend, indem es die Photosynthese von Pflanzen unterbindet. Es wurde hierzulande seit Ende der 1950er Jahre eingesetzt, bevor es 1991 verboten wurde. EU-weit gibt es noch kein generelles Verbot, wobei Atrazin besonders im Wasser nur sehr langsam abgebaut wird und für Wasserorganismen giftig ist.

Mög­liche negative Langzeitwirkungen im Wasser:

  • Missbildungen und Störungen der Fortpflanzung von Fischen.
  • Absterben des Phytoplanktons und damit erhebliche Störung des Ökosystems im Wasser.
  • Für die menschliche Gesundheit ist Atrazin weitgehend unbedenklich. Bei Experimenten mit Ratten wurde allerdings eine erhöhte Brustkrebsrate festgestellt.

Mögliche Gegenmaßnahmen

Atrazin kann durch Filtration über Aktivkohle aus Wasser entfernt werden.

Problem Glyphosat

Glyphosat ist das am meisten eingesetzte Herbizid in Deutschland und auf der ganzen Welt. 1974 brachte es der US-Konzern Monsanto unter dem Namen „Roundup“ auf den Markt. Mittlerweile wird Gyphosat von vielen Unternehmen in zahl­reichen Varianten angeboten.

Die Wirkung von Glyphosat

Glyphosat wirkt als „Allrounder“ und hemmt den Stoffwechsel von Pflanzen. Es ist preisgünstig und äußerst vielfältig anwendbar – im Ostanbau, im häuslichen Garten, beim Anbau von Christbäumen, an Bahngleisen oder auf Industrieflächen etc. Teilweise wurde es kurz vor der Aussaat gespritzt, um die Ackerfläche von Unkraut zu befreien oder aber kurz vor der Ernte, um beispielsweise die Abreifung von Weizen oder Raps zu beschleunigen.

Mögliche negative Wirkungen von Glyphosat:

  • Laut Medienmeldungen soll Glyphosat in der Muttermilch nachgewiesen worden sein. Dies konnte von offizieller Seite jedoch bisher nicht bestätigt werden.
  • Es steht zudem unter dem Verdacht, krebs­auslösend zu sein und Embryonen zu schädigen.

Mögliche Gegenmaßnahmen

Das Spritzen kurz vor der Ernte wurde mittlerweile gesetzlich verboten und innerhalb eines Jahres darf auf jeder Fläche nur noch einmal eine auf 3,6 kg/pro ha begrenzte Menge gespritzt werden.

Externe Beiträge zum Thema:

Terbuthylazin

Terbuthylazin ist ein systemisches Herbizid und wirkt selektiv. Es ist in seinem chemischen Aufbau dem Atrazin ähnlich.

 
 

Externe Schadstoffeinträge

Die Umweltverschmutzung hat mittlerweile auch unsere über viele Jahrzehnte sichere Trinkwasserressourcen erreicht. Neben den natürlichen Inhaltsstoffen des Wassers gibt es zunehmend eine wachsende Zahl externer Schadstoffeinträge, die Grund- und Oberflächengewässer belasten und die in den Medien kontrovers diskutiert werden.

Diese Entwicklung stellt die Wasserversorgungsunternehmen auch in Deutschland künftig vor immer neue Herausforderungen. Informationen zu aktuellen Gefährdungsstoffen finden Sie unter unserer Rubrik aquaAktuell – Unweltverschmutzung. Hier geht es um Hintergrundinformationen rund um die Themen: