Pro und Contra

Trinkwasser oder Mineralwasser

Immer wieder taucht die grundsätzliche Frage auf, ob man Leitungswasser unbedenklich trinken kann. Eindeutig JA – man kann. Denn unser Trinkwasser ist das am strengsten regulierte, das am häufigsten kontrollierte und am besten überwachte Lebensmittel, das wir haben.

Auf die Frage, was besser ist, Trinkwasser aus der Leitung oder Mineralwasser aus dem Supermarkt – da kann man nur sagen, das ist zum größen Teil Geschmackssache – und nicht zuletzt eine Frage des Geldbeutels. Allerdings: Für Trinkwasser sind in Europa dreimal soviele Schadstoffgrenzwerte festgelegt wie für Mineralwasser.

d3-7-0-glaso

PRO-Argumente für Trinkwasser aus dem Wasserhahn:

  • Der Preis für einen Liter Trinkwasser aus der Leitung ist erheblich günstiger als für einen Liter Mineralwasser aus dem Supermarkt. Dabei ist die Qualität mindestens ebenso gut, wenn nicht manchmal sogar besser.
  • Wie Stiftung Warentest festgestellt hat, enthält Trinkwasser häufig mehr Mineralien als manche Mineralwässer.
  • Beim Leitungswasser entfällt das lästige Schleppen und es ist jederzeit verfügbar: Gut gekühlt, bestens kontrolliert mit neutralem Geschmack.
  • Für Okö-Bewusste: Die Ökobilanz von Trinkwasser aus dem Wasserhahn ist um ein Vielfaches besser als für Mineralwasser. Trinkwasser verursacht weniger als ein Prozent der Umweltbelastungen, die die Herstellung von Mineralwässern verursacht, wie der Schweizerische Verein des Gas- und wasserfachs herausgefunden hat. Der Untterschied ergibt sich hauptsächlich über die Art des Transportweges.

d3-7-0-glasu

Grenzwerte Trinkwasser und Mineralwasser im Überblick – Beispiele

Schadstoff

Nitrat
Pestizide
Arsen
Cadmium
Quecksilber
Blei

Mineralwasser

kein Grenzwert
kein Grenzwert
kein Grenzwert
kein Grenzwert
kein Grenzwert
kein Grenzwert

Trinkwasser

Grenzwert 50 mg/l
Grenzwert 0,0001 mg/l
Grenzwert 0,05 mg/l
Grenzwert 0,005 mg/l
Grenzwert 0,001 mg/l
Grenzwert 0,04 mg/l

Leitungswasser und Wasser aus Flaschen – Vergleich international

e3-8-11-leiste-procon

In den Mittelmeerländern ist der Konsum von Tafelwasser abgefüllt in Plastikflaschen bereits seit vielen Jahren Usus. Nicht ohne Grund, denn dort handelt es sich beim Leitungswasser in den seltensten Fällen um Trinkwasser, das qualitativ mit deutschem Trinkwasser zu vergleichen wäre. Doch auch in Deutschland kommt das Wasser in Flaschen immer mehr in Mode, zumal es in der Werbung als Symbol eines gesunden Lebensstils angepriesen wird.

Flaschenwasser – bis zu 100.000 mal teurer

e3-8-xart-17816228_xxlLaut Süddeutscher Zeitung verzeichnet die Branche jährlich Wachstumsraten von rund zehn Prozent. Inzwischen werden in Deutschland über zehn Milliarden Liter Wasser in Flaschen verkauft, obwohl dies zum Teil bis zu 100.000 mal teurer ist als Leitungswasser und in vielen Regionen Europas und Nord­ameri­kas geringeren Qualitäts­standards unterliegt.

Flaschenwasser – oftmals lange Transportwege

e3-8-11-xart-12443624_xxlFließt das Leitungswasser umwelt- und kostenfreundlich auf direktem Weg in Trinkwasserqualität vom regionalen Wasserversorger durch das Leitungsnetz bis zum häuslichen Wasserhahn, muss das in Flaschen abgefüllte Wasser dagegen oftmals sehr weite Transportstrecken mittels LKW, Bahn, Schiff oder Flugzeug zurücklegen.

PET-Flaschen – ein Umweltproblem

e3-8-11-9198814_xxltEin weiteres Problem stellt die “Verpackung” dar, denn 70 % der Flaschen bestehen aus Polyethylenrephtalat, kurz als PET bekannt, das wiederum aus dem Rohstoff Erdöl hergestellt wird. Auch das Recycling der PET-Behältnisse ist nicht ganz unproblematisch, da nur ein geringer Teil wiederverwendbar ist. Die Kompostierung kann mit 1000 Jahren angesetzt werden, ist also indiskutabel, somit bleibt als Alternative noch die Verbrennung oder aber der Export in die dritte Welt – beides keine umweltfreundlichen Varianten.