Von den Anfängen

Die Anfänge der Wasserversorgung

Eine funktionierende Wasserversorgung sichert das Überleben und den Wohlstand einer Gemeinschaft. Dies wussten schon unsere Vorfahren. Brunnen, Wasserleitungen, Bewässerungsanlagen und auch Abwasserkanäle sind keine Erfindung der Neuzeit. Die Anfänge der Wasserversorgung liegen bereits zwischen 4.000 bis 8.000 Jahren vor unserer Zeit. Spätestens als die Menschen in der Jungsteinzeit sesshaft wurden, um von Ackerbau und Viehzucht zu leben, begannen sie zu überlegen, wie sie ihre Felder und Tiere am besten großflächig und verlässlich mit dem lebensnotwendigen Wasser versorgen konnten.

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Wie die Steinzeitmenschen an frisches Trinkwasser kamen

Als die Menschen noch Jäger und Sammler waren und als Nomaden lebten, suchten sie jeweils die Nähe von Quellen, Seen, Bächen und Flussläufen auf, wo sie ihr temporäres Lager aufschlugen, um Zugang zu frischem Wasser zu haben. War ein Flussbett ausgetrocknet, wurde so lange gescharrt, bis sich wieder etwas Grundwasser in den Vertiefungen der Wasserlöcher, sammelte. Zudem beherrschten bereits die Menschen in die Technik, kleine Saugbrunnen bauen, um an trinkbares Wasser zu gelangen. Dazu stießen sie ihre Speere in den Boden und stopfen Gras in die entstandenen Löcher, das als eine Art Filter diente. Dann wurde ein hohler Halm in die Mitte gesteckt, mit dem das aus dem Boden sickernde Wasser hochgesaugt wurde.

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Erste Sandsteinbrunnen sind im Mittelmeerraum seit circa 8000 vor Christi nachgewiesen, so beispielsweise auf Zypern oder in Israel. Der mit 15 Metern tiefste Steinzeit-Brunnen Europas stammt aus dem Jahr 5100 vor Christi. Seit etwa 6000 vor Christi gibt es Belege für Holzbrunnen, beispielsweise in Kroatien.

Erste Bewässerungssysteme werden im Zweistromland erfunden

d3-3-1-xart-bl-bw-kanalBereits vor rund 5.000 Jahren durchzogen die ersten Bewässerungskanäle Mesopotamien, das Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, um für eine reichere Ernte zu sorgen. Und im Nachbarland Ägypten wurden etwa zur gleichen Zeit Kanäle gebaut, um Wasser aus dem Nil auf die Äcker umzuleiten. Und auf dem indischen Subkontinent, im heutigen Pakistan, wurden in Mohenjo-Daro, einer Siedlung am unteren Indus, die Überreste von rund 5.000 Jahre alten überdeckten Abwasserkanälen entdeckt. Von einer geschlossenen Kanalisation wird auch aus Ur, der alten Hauptstadt von Mesopotamien, berichtet, Sie wurde vor rund 4.500 Jahren angelegt.

Die ersten bekannten Brunnenanlagen stammen aus dem Ägypten von vor 4.500 Jahren. Dabei gruben die Baumeister so lange senkrecht in die Tiefe, bis sie auf Grundwasser stießen. Aus dem heutigen Iran sind dagegen waagerechte Brunnen bekannt, die dort vor rund 3.000 Jahren als unterirdische Stollen angelegt wurden. Sie hatten ihren Anfang am Rand eines niederschlagreichen Gebirges und endeten in den tiefer gelegenen Siedlungen. Diese Art der Grundwassergewinnung wurde Qanat genannt. Über Ägypten und die Seidenstraße gelangte die Technik bis in den Harz und auf die Kanarischen Inseln. Das Wassertransportsystem der Qanate gilt als Vorläufer der Aquädukte.