Klimawandel

Wasserversorgungsbranche für die Herausforderungen gerüstet

klimawandel1Wasserversorgungsunternehmen sind von Haus aus gewohnt, in langen Planungs- und Investitions­zeit­räumen zu denken und zu handeln. Dies führt zwangsläufig dazu, dass für sie sich häufig ändernde Rahmenbedingungen zum täglichen Geschäft gehören. Viele Entscheidungen basieren zwangsläufig auf Prognosen und errechneten Annahmen, müssen laufend kontrolliert und notfalls korrigiert werden.

Damit haben die Wasserversorger gute Voraus­set­zun­gen, auch die Herausforderungen des Klimawandels professionell zu managen. Zum anderen sind es keine grundsätzlich unbekannten Phänomene, mit der sich die Wasserversorgungsunternehmen bezüglich des Klimawandels auseinandersetzen müssen. Nur werden diese Phänomene künftig in anderer Konzentration und extremeren Formen auftreten.

klimawandel2Es gilt also, sich auf die qualitativen und quantitativen Aspekte des sich vielerorts verändernden Wasser­an­gebots um- und einzustellen. Aus der Vergangenheit abgeleitete Kenngrößen über die Verfügbarkeit der Ressourcen werden keine verlässliche Informations­grund­lage mehr sein, um zukünftige Verhältnisse einzuschätzen. Bei langfristigen Betriebs- oder Investitionsent­schei­dungen muss möglichst die gesamte Bandbreite der möglichen Klimaver­ände­rungen für die jeweilige Region genau analysiert und kontinuierlich beobachtet werden, um schnell auf Veränderungen und Schwankungen reagieren zu können.

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Dies wird in Industrie­län­dern, die – wie in Deutsch­land – über ein modernes und effizientes Wasser­ver­sor­gungs­system verfügen, weniger Probleme machen, als in armen Ländern, in denen es keine oder keine ausreichende Wasserver- und -entsorgung gibt.

Doch wenn auch in Mitteleuropa – im Vergleich zur weltweiten Entwicklung – nach bisherigen Erkenntnissen (2015) nur mit eher moderaten Veränderungen zu rechnen ist – wirken sich diese, wenn auch regional unterschiedlich – auf die Arbeit und die künftigen Inves­titionen der Wasserversorger aus. Vor allem im Hinblick darauf, dass es ja auch noch weitere Problemfelder zu bearbeiten gilt, wie z.B. vielerorts die wachsenden Schadstoffeinträge im Grundwasser.

Klimaveränderungen in Deutschland und Auswirkungen auf die Wasserversorgung

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  • Im Jahresdurchschnitt wird es deutschlandweit wärmer werden – im Sommer trockener und heißer, im Winter feuchter und milder
  • Regional wird es zu großen Unterschieden kommen
  • Die Wahrscheinlichkeit von Extremereignissen bekannter Phänomene – Starkregen, Hochwasser, Stürme oder Trocken- und Hitzeperioden – steigt

Die größten Probleme könnten lokale Wasserversorger in Gebirgsregionen bekommen, die häufig Quellen nutzen sowie Wasserversorger in kleinen Verbundnetzen. Größere Wasserversorger können aufgrund ihrer weiter verzweigten Netzstrukturen lokale Störungen zumeist einfacher kompensieren.

Da in Deutschland der Wasserverbrauch in den vergangenen 15 Jahren um rund 15 Prozent gesunken ist, tauchen vielerorts Forderungen nach einem Rückbau der Anlagen sowie einer Verkleinerung der Leitungsquerschnitte auf. Auf der anderen Seite wird es aber häufiger bzw. länger zu heißen und trocknen Phasen kommen, in denen der Wasserverbrauch überproportional ansteigt.

klimawandel5Um eine durchgängige, gleichmäßige Versorgungssicherheit zu gewährleisten, dürfen sich Wasser­versor­gungs­unter­nehmen nicht einfach am Durchschnitts­ver­brauch orientieren, sondern müssen jederzeit auch für die Spitzenabgabezeiten gerüstet sein. D.h. sie müssen künftig den Spagat schaffen zwischen allgemein rückläufigem Wasserverbrauch und häufigeren Ausnahmesituationen, ohne den hohen Qualitätsstandard des Trinkwassers zu vernachlässigen. Die Lösung ist hier, die Effizienz der Anlagen zu steigern, um jederzeit schnell reagieren zu können.

Ähnliche Probleme gibt es auch bei der Abwasserentsorgung: Hier sind es besonders die zu erwarteten vermehrten Starkregenereignisse, die es nicht zulassen, dass Abwasserkanäle verkleinert werden. Im Gegenteil, mancherorts muss über den Bau von zusätzlichen Regenüberlaufbecken nachgedacht werden, obwohl auch hier die durchschnittlichen Durchlaufmengen sinken.

klimawandel6Da sich der Klimawandel auch auf das Wasserdar­ge­bot auswirkt und es auch hier zu großen Schwankun­gen kommen kann – saisonal oder episodisch – wird sich die Wasserwirtschaft auch in Deutschland auf eine verringerte Wasserverfügbarkeit einstellen müssen. Hier sind beispielsweise Kooperationen mit anderen regionalen Wasser­ver­sor­gern eine Möglich­keit, für alle Fälle gerüstet zu sein, falls die Gewinnung bzw. der eigene Bezug nicht für Spitzenzeiten aus­reicht oder z.B. einzelne Brunnen aufgrund zunehmender externer Schadstoffeinträge nicht mehr genutzt werden können.

Auswirkungen des sich ändernden Wasserdargebots

Mit dem Klimawandel werden sich die Süßwasserreserven – Gebirgsgletscher, Grundwasser sowie Flüsse und Seen – erheblich verändern. Die Gletscherareale – besonders wichtig für die Trinkwasserversorgung – werden kleiner. Als Folge produzieren Flüsse, die in diesen Gebieten entspringen nur noch während der Regenzeit Wasser. Schnee wird nur kürzere Zeit liegen bleiben und trockene Regionen, so die Prognosen, werden noch trockner und weiten sich aus. Andere Regionen dagegen werden unter Hochwasser und Überschwemmungen leiden.

Weltweite Aspekte und Auswirkungen

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