Glyphosat: Wasserwirtschaft und Aldi ziehen an einem Strang

Wird der Markt das Glyphosatproblem regeln? Der Discounter ALDI, die Wasserversorger und die kommunalen Betriebe drängen auf den Glyphosat-Verzicht. Doch mit einem Vorstoß könnte der Lebensmittelkonzern regeln, was der Politik nicht gelang.

Wie die Süddeutsche Zeitung Mitte Dezember 2017 berichtete, hat ALDI in einem Schreibenan etwa 65 Hersteller für die Aldi-Eigenmarken dazu aufgefordert, bis Ende Januar darzulegen, in welchen Futtermitteln der möglicherweise krebserregende Wirkstoff zum Einsatz kommt. Zudem sollen die Lieferanten erklären, wie hoch der Glyphosatanteil in den Futtermitteln ist, bis wann
komplett darauf verzichtet werden könnte und an welche Tierarten es verfüttert wird.

„Die Hoffnung ist groß, dass ALDI der Schrittmacher bei der Durchsetzung neuer, privatwirtschaftlicher Produktionsstandards jenseits der gesetzlichen Forderungen bleibt und das Vorbild des Discounters einmal mehr Schule macht“, so Siegfried Gendries vom Informationsportal LebensraumWasser. Immerhin war ALDI bei der Gentechnik-freien Fütterung ein solcher Anstoß schon einmal gelungen. „Damit könnte die Wirtschaft, getrieben durch die Sorgen und Kritik der Kunden, einen weitestgehenden Verzicht auf Glyphosat in der deutschen Landwirtschaft herbeiführen“, blickt WIT-Vorsitzender Georg Riedl in die Zukunft.

ALDI setzt damit nicht nur die Lieferanten, sondern auch die Politik und die Wettbewerber unter Druck. Es ist davon auszugehen, dass andere Lebensmittelhändler mit einer ähnlichen Initiative nachziehen. Schon vor zwei Jahren hatte der Schweizer Lebensmittelkonzern Migros sowie die Baumärkte der Rewe-Group Unkrautvernichter mit dem Wirkstoff Glyphosat aus dem Sortiment genommen; über Lebensmittel werde aktuell nachgedacht, hört man in der Schweiz

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