Situation in Deutschland

Wasserangebot in Deutschland ist hervorragend im internationalen Vergleich

Grundsätzlich verfügt Deutschland im internationalen Vergleich fast flächendeckend über hervorragende natürliche Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige und ausreichende Trinkwasserversorgung. Jedes Jahr stehen laut Umweltbundesamt rund 188 Mrd. m³ Wasser zur Verfügung. Genutzt werden hiervon rund 5,2 Mrd. m³, d.h. 2,7 Prozent.

Deutschland zählt zu den waserreichen Ländern der Erde. Das Land ist von einem ausgewogenen Flussnetz durchzogen. Es wird nicht von hohen Bergketten zerteilt und alle Quellen sind ganzjährig ergiebig. Und anders als in vielen Nachbarländern, wo die Privatisierung der Wasserversorgung sehr viel weiter fort­ge­schrit­ten ist, ist die Wasserversorgung in Deutschland nach wie vor überwiegend kommunal geprägt und wird von den Gemeinden entsprechend der örtlichen Gegebenheiten organisiert.

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Auch hat Deutschland nur wenige große Versorgungsunternehmen, die überregional und noch weniger, die weltweit als Global Player tätig sind. In unseren Nachbarländern Frankreich und England sieht die Situation dagegen beispielsweise komplett anders aus. Obwohl auch hier – speziell in Frankreich – der Widerstand der Bevölkerung aufgrund der negativen Erfahrungen mit wenigen großen privaten Wasserversorgern gegen die Privatisierung der sensiblen Wasserversorgung wächst.

In der Verteilung der Unternehmen gibt es regional deutliche Unterschiede: Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sind es beispielsweise rund 560 Wasserversorger, im größten Flächenstaat Bayern hingegen mehr als 2.300. In den Stadtstaaten Hamburg und Berlin jeweils ein einziges.

Maßnahmen zur Versorgungssicherheit

Neben den öffentlichen, zentralen Wasserversorgungen existieren in Deutschland auch noch ca. 180.000 sogenannte Eigenwasserversorgungen, auch Hausbrunnen genannt. Diese befinden sich vornehmlich im ländlichen Raum bzw. in sehr dünn besiedelten Gebieten. Um die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, gibt es in Deutschland den Anschluss- und Benutzerzwang. D.h. in der Praxis: Alle Haushalte und Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, die die öffentliche Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung zu nutzen. Der Hintergrund: Könnte jeder selbst bestimmen, wie und von wo er sich mit Trinkwasser versorgt und wie er das benutze Wasser anschließeend wieder entsorgt bzw. an die Natur zurückgibt, wären Qualität und Reinigung des Wassers nicht mehr gesichert, wenn dieses “wilde Wasser” in den allgemeinen Trinkwasserkreislauf gelangt. Dies würde das Grundwasser belasten und in Folge die Wasseraufbereitung und Reinigungsprozesse der zentralen Trinkwasserversorgung verteuern, während sich die Selbstversorger an den allgemeinen Versorgungskosten natürlich nicht beteiligen. In diesem Fall müssten die Kosten für die zentrale Wasserversorgung auf weniger Schultern verteilt werden, was den allgemeinen Wasserpreis in die Höhe treiben würde. Zu befürchten wäre außerdem, dass hauptsächlich die unwirtschaftlichen und komplizierten Fälle im zentralen Wasserversorgungssystem verbleiben würden.

Fakten und Zahlen zur bundesweiten Wasserwirtschaft

Traditionell ist die bundesdeutsche Wasserversorgung regional organisiert, daraus ergibt sich eine oft kleinteilige Struktur mit insgesamt ca. 6.200 Wasserversorgungsunternehmen, deren Größe stark variiert.

Rund 96 Prozent der gesamten Trinkwassermenge, die jährlich zentral an private Haushalte und Kleingewerbe geliefert wird, stammt von der Hälfte dieser Unternehmen.

Insgesamt sind bundesweit rund 60.000 Mitarbeiter dafür verantwortlich, dass jährlich insgesamt rund 5,2 Mrd. m³ frisches Trinkwasser für die Verbraucher bereitgestellt werden.

Das gesamte Leitungsnetz in Deutschland beträgt – aneinandergereiht – rund 530.000 km. Zum Vergleich, die Entfernung zwischen Mond und Erde beträgt rund 384.400 Kilometer.

Durch die regionale Struktur der Wasserversorgung ist der Weg von der „Quelle“ bis in die Haushalte i.d.R. sehr kurz – was nicht zuletzt der Ökobilanz des Trinkwassers zu Gute kommt, da lange Transportwege – wie beispielsweise bei den meisten Mineralwässern – entfallen. Außerdem kann aufgrund der kurzen Wege in den meisten Fällen auf Chlorbeigaben als Desinfektionsmittel verzichtet werden.

Fakten und Zahlen zur bayerischen Wasserwirtschaft

Die bayerische Wasserwirtschaft, umfasst rund 4.400 Unternehmen – in diesem Fall inklusive der rund 2.000 Abwasserentsorger. Ihre Aufgabe: Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und/oder die Abwasserentsorgung.

Rund 1.827 Wasserversorger in Bayern verfügen über eine eigene Gewinnungsanlage. Ein Teil beschäftigt sich entweder mit der Gewinnung, ein anderer Teil mit der Entsorgung und wiederaufbereitung von Abwasser, wieder andere sind sowohl für Ver- als auch für Entsorgung zuständig.

Rund 200 bayerische Wasserwirtschaftsbetriebe sind so genannte Mehrspartenunternehmen. Neben der Wasserversorgung übernehmen sie auch Aufgaben der Energieversorgung – Strom und/oder Gas oder auch andere kommunale Aufgaben.

Ungefähr 500 Wasserversorger in Bayern, die keine eigene Trinkwassergewinnungsanlage betreiben, betreiben jeweils nur die Ortsnetzverteilung und beziehen ihr Wasser von Vorlieferanten.

Da Größe und das jeweilige Versorgungsgebiet der einzelnen Unternehmen stark variieren, schließen sich speziell im ländlichen Raum kleinere Unternehmen oftmals interkommunal zu Zwecksverbanden zusammen, um für die steigenden Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein. In Ballungsgebieten versorgen dagegen oft größere Unternehmen eine große Zahl der Bevölkerung.

Wasserressourcen und ihre Nutzung

Die Wasserentnahme durch Industrie, Kraftwerke und öffentliche Wasserversorger sank von 1991 bis 2010 um fast 30 Prozent von mehr als 46 auf 32,8 Milliarden m³. Seit 2004 wird immer regelmäßig weniger als 20 Prozent des gesamten Wasserdargebots entnommen. Die größten Wassernutzer sind dabei Industrie, öffentliche Wasserversorgung, Wärmekraftwerke / Energiewirtschaft sowie die Landwirtschaft. Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes haben diese vier Nutzergruppen im Jahr 2010 zusammen rund 32,8 Mrd. m³ Wasser aus den Grund- und Oberflächengewässern entnommen.

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Deutschland gehört zu den größten Sparern

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In Deutschland ist auch der personenbezogene Wasser­ver­brauch seit 1990 rapide gesunken – von 147 Liter auf 122 Liter im Jahr 2011. Der Grund ist ein verändertes Verhalten der Verbraucher, der Einsatz von wassereinsparenden Haushaltsgeräten sowie Armaturen, aber auch aufgrund der Abwassergebühren. Damit hat Deutschland einen der geringsten Wasserverbräuche in der EU. Aber dies ist nicht in allen Ländern so, wie aus einem Bericht „ Europa – gegen Wasserknappheit und Dürre“ der Europäischen Umweltagentur hervorgeht.

d3-2-1-xart-bl-flussseeDurchschnittlich werden 44 Prozent des Wasser­verbrauchs in Europa für Energieerzeugung verwendet, 24 Prozent für Landwirtschaft, 21 Prozent für den Sektor der öffentlichen Wasserversorgung sowie 11 Prozent für Bereiche der Industrie. Dabei stammen europaweit rund 81 Prozent des entnommenen Süßwassers für die Bereiche Energieerzeugung, Industrie und Landwirtschaft aus Oberflächengewässern (Seen und Flüsse). Für die öffentliche Wasserversorgung wird aus Qualitätsgründen dagegen meist Grundwasser verwendet.

Wobei die Situation in den einzelnen Ländern und Regionen sehr unterschiedlich ist. Im Süden Europas fließen beispielsweise im Durchschnitt rund 60 Prozent in die Landwirtschaft, in einigen Regionen sogar bis 80 Prozent. Letzteres ist umso problematischer, weil das in der Landwirtschaft verwendete Wasser nicht recycelt werden kann. Als Alternative zu den natürlichen Wasserressourcen wird daher in den Regionen Europas, die am meisten unter Wasserstress leiden, die Entsalzung von Meerwasser diskutiert. Allerdings spricht derzeit der hohe Energieeinsatz sowie die beim Entsalzen entstehende Sole gegen dieses Verfahren, da hier neue Umweltbelastungen auftreten.

Die Agenda 21 und das Wasser

Erstaunlicherweise spielt das Wasser innerhalb der zahlreichen Agenda 21-Prozesse in Deutschland keine exponierte Rolle. Dabei ist das Wasser der Grundbaustein des Lebens und sauberes Trinkwasser unverzichtbar für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Aber übersehen hat die Agenda 21 das Trinkwasser durchaus nicht. Im Kapital 18 heißt es da:
“Oberstes Ziel ist die gesicherte Bereitstellung von Wasser in angemessener Menge und guter Qualität für die gesamte Weltbevölkerung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der hydrologischen, biologischen und chemischen Funktion der Ökosysteme…“ (Kapitel. 18, Absatz 2). Gefordert wird außerdem eine integrierte Planung und Bewirtschaft der Ressourcen, wobei u.a. die Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit lokaler Wasserressourcen bei der Stadtentwicklungsplanung zu berücksichtigen seien.

Nachhaltigkeit in der Wasserwirtschaft

Wer sich also – ob unter dem Vorzeichen Agenda 21 oder aber der Heimatliebe oder des Naturschutzes – mit der direkten Umgebung seines Lebens und Wirkens befasst, sollte auch das Wasser nicht übersehen. Denn auch die Wasserwirtschaft braucht Nachhaltigkeit, wie sie das Hauptanliegen der Agenda 21 ist, und diese benötigt örtliches Handeln – eben eine Lokale Agenda 21. Gleichzeitig entspricht dies der traditionellen kommunalen Aufgabe der Daseinsfürsorge, unter die auch die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung fallen.

  • Handlungsmöglichkeiten Wasserverschmutzung: Wie ist die örtliche Situation beim (Schad-)Stoffeintrag in das Grundwasser und in die Oberflächengewässer? Was lässt sich für eine weitere Verbesserung unternehmen?
  • Wasserverbrauch: Wie sieht der örtliche Wasserverbrauch aus? Gibt es Möglichkeiten, den Verbrauch durch Privathaushalte, Industrieunternehmen und Landwirtschaft zu reduzieren?
  • Wasserschutz: Was wird für den langfristigen Schutz der Wasserressourcen getan? Gibt es hier noch weitere Handlungsmöglichkeiten?
  • Wird von der Gemeinde oder Stadt bei der Planung das Wasser berücksichtigt? Gibt es Möglichkeiten, das Wasser im Ortsbild zur Geltung zu bringen?
  • Inwieweit ist das Wasser in der Bevölkerung, bei Kindern und Jugendlichen ein Thema? Welche Wege gibt es, hier öffentliches Interesse und ein starkes Bewusstsein für die Bedeutung des Wassers zuschaffen?
  • Wie für die Agenda 21 generell, gilt auch für das Thema Wasser: Es ist immer am besten, möglichst viele interessierte und vielleicht auch direkt vom Wasserthema berührte Gruppen ins Boot bzw. an einen Tisch zu holen. Umso vielfältiger sind die Ideen, Aktionen und Chancen auf Maßnahmen mit größerer Breitenwirkung.

Die Ergebnisse solcher Runden können vielfältig sein:

  • Leitbilder, Zielkataloge, Pläne für den künftigen Umgang mit dem Wasser in der Gemeinde
  • Kriterien, Regeln, Indikatoren für den nachhaltigen Umgang mit Wasser
  • Pilotprojekte zur Erprobung, Demonstration und Einführung neuer Verhaltensweisen oder Technologien
  • Mitmach-Projekte verschiedener Akteure zur Veränderung von Alltagsroutinen
  • Aktionstage und Projektwochen, Ausstellungen und Wettbewerbe zur Bewusstseinsstärkung und zur Erhöhung der Akzeptanz von Veränderungen in Schulen und Freizeiteinrichtungen, in Einrichtungen der Erwachsenenbildung und in der breiten Öffentlichkeit.
  • Die Wirkung ist natürlich umso größer, je stärker ist die einzelnen Maßnahmen aufeinander abgestimmt und mit einander verzahnt werden. Nur so lässt sich sicherstellen, dass nicht beispielsweise ausschließlich die Kinder mit Infos und Aktionen bombardiert werden, die Politik und Wirtschaft mit ihren weiterreichenden Entscheidungspotenzialen aber außen vor bleiben.

Beispiele aus der Praxis

  • In Bremen entwickelten Arbeitsgruppen ein komplettes Ziel- und Bewertungssystem aus Leitbild, Leitzielen und Indikatoren zum Süßwasser.
  • Die ökologische Landwirtschaft leitet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffeinträge ins Grundwasser und in Oberflächengewässer. Die Stadt München fördert in großem Umfang extensive Landbewirtschaft in ihren Trinkwassereinzugsgebieten weit vor den Stadtgrenzen.
  • Eine Schulpartnerschaft zwischen Bingen und Baturier in Indonesien lässt die Kinder gegenseitig die unterschiedlichen Lebenswelten entdecken. U.a. wurde per Brief und E-Mail, via Text, Zeichnung und Foto gegenseitig der Gebrauch von Wasser im Alltag erforscht: Woher kommt das Trinkwasser? Wer wäscht sich wie? Wie steht es mit dem Wasser zum Trinken, Kochen, Klospülen, Wäschewaschen? Welche kulturelle Bedeutung hat das Wasser bzw. das Meer / der Rhein? Beider Hochwasser schuf ein weiteres gemeinsames Thema.

Verteilung Wasserverbrauch in Deutschland nach verschiedenen Sektoren:

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Wärmekraftwerke
64 Prozent

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Industrie
23 Prozent

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Haushalte
9 Prozent

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Landwirtschaft
4 Prozent

Der niedrige Wasserverbrauch der Haushalte verteilt sich folgendermaßen:

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FAQs zum Thema Wasserpreise

Warum ist der Wasserpreis regional unterschiedlich?

Grundsätzlich sind die unterschiedlichen Wasserpreise u.a. abhängig von topografischen, hydrologischen und geologischen Faktoren, die sich sowohl auf die Gewinnung als auch Aufbereitung und Verteilung des Wassers und damit seinen Preis auswirken. Darüber hinaus haben Siedlungsstrukturen, der Anschlussgrad und die Erneuerungsrate der Netze großen Einfluss auf den jeweiligen Trinkwasserpreis.

D.h. in extrem zersiedelten, ländlichen Gebieten mit stark variierenden Höhenunterschieden liegt der Wasserpreis i.d.R. oft über dem Durchschnitt. Zum anderen können externe Schadstoffeinträge speziell die Kosten für die Aufbereitung des Trinkwassers beeinflussen. Auch das natürliche Wasservorkommen – Grundwasserreservoirs, Flüsse, Seen und Niederschläge – können von Region zu Region sehr unterschiedlich sein. In Bayern haben wir das Glück in einer der wasserreichsten Regionen des Landes, ja sogar weltweit zu leben.

Warum die Zweiteilung Grundgebühr und Verbrauchspreis?

Die ständige Vorhaltung einer effizienten Wasserversorgung, angepasst an die steigenden Qualitätsstandards und -anforderungen, lassen sich nicht über eine rein leistungsabhängige, d.h. verbrauchsabhängige Gebühr finanzieren.

Zum einen: Bei einem Wasserversorgungsunternehmen fallen grundsätzlich – d.h. völlig unabhängig von der jeweiligen Förder- bzw. Verbrauchsmenge – hohe Fixkosten für Wartung, Instandhaltung, Sanierung und Modernisierung der komplexen Infrastruktur an. Diese Fixkosten machen den weitaus größten Teil der Kosten aus – unabhängig vom jeweiligen Verbrauch – ob Familien-, Singlehaushalt oder Gewerbe. Und: Je älter eine Anlage ist, desto dringender und kostenintensiver werden Wartungs-, Instandhaltungs-, Modernisierungs- und Sanierungskosten.

Zum anderen: Als kommunale Wasserversorgung gehört im Rahmen der allgemeinen Daseinsvorsorge und im Interesse des Gemeinwohls ebenfalls zu unseren Aufgaben, z.B. auch weit entfernte oder hochgelegene Einzelanwesen an das öffentliche Trinkwasserversorgungsnetz anzuschließen. Was sich – Beispiele gibt es reichlich im In- und Ausland – bei privatisierten Wasserversorgungsunternehmen über kurz oder lang in wesentlich höheren Gebühren und eingeschränktem Service niederschlägt.

Daher besteht auch unser Wasserpreis aus einer fixen Grundgebühr und einem variablen Verbrauchspreis, um so eine möglichst gerechte Verteilung der Kosten zu erreichen und für jedermann eine ständig betriebsbereite und ausreichende Wasserversorgung vorzuhalten. Was allerdings nicht immer zu hundert Prozent möglich ist, da die Anforderungen in einem Versorgungsgebiet sehr unterschiedlich sind. Hier kilometerlange Leitungen, die am Ende nur einige wenige Anwesen an die zentrale Wasserversorgung anschließen. Dort ein erhöhter Wasserbedarf für Unternehmen, ohne die eine Region wirtschaftlich nicht florieren kann.

Gibt es weitere Faktoren, die den Wasserpreis beeinflussen?

Fakt ist, dass der private Wasserverbrauch über die Jahre stetig sinkt – einmal aufgrund der immer Wasser sparenderen Technologien in den Haushalten, zum anderen aufgrund des demografischen Wandels, d.h. vielerorts sinken die Bevölkerungszahlen oder die Haushalte werden kleiner.

Beides wirkt sich zwangsläufig mittel- und langfristig auf die Gebühren aus, da die Fixkosten für eine gleich bleibend hohe Trinkwasserqualität und -vorhaltung kaum gesenkt werden können. Im Gegenteil, je älter eine Anlage ist, desto dringender werden Wartungs-, Instandhaltungs- und Sanierungskosten. Zudem werden Vorsorgemaßnahmen zur Qualitätssicherung immer wichtiger. Und auch eventuelle Rückbaumaßnahmen kosten Geld.

Beeinflusst der Klimawandel auch unsere Wasserversorgung?

Zu erwartende Auswirkungen des Klimawandels – mit länger anhaltenden Trockenperioden und temporären Starkregenereignissen – machen auf jeden Fall die Planungen für die Wasserversorger auch hierzulande nicht einfacher. Geht auch der durchschnittliche Wasserverbrauch zurück, müssen trotzdem beispielsweise für zu erwartende längere Trockenperioden jederzeit ausreichend Kapazitäten vorgehalten werden.

Welche Einsparungsmöglichkeiten gibt es?

Die Bereitstellung aller Leistungen eines Wasserversorgungsunternehmens erfordert u.a. auch einen erheblichen Energieeinsatz. Sowohl Wasserversorgung und Abwasserentsorgung verbrauchen hierzulande zusammen rund 6,6 TWh pro Jahr an elektrischer Energie – das entspricht einem jährlichen Strombedarf von rund 1.600.000 Vier-Personen-Haushalte. Dazu kommt noch der Strombedarf für immer neue Spezialverfahren in der Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung, weil aufgrund der wachsenden Umweltverschmutzung für immer neue Schadstoffeinträge immer neue Verfahren benötigt werden, um den Qualitätsstandard zu wahren.

Die Treiber für die notwendige Erhöhung der Energie- und Ressourceneffizienz sind globaler Natur – sie reichen vom Klimawandel bis zur Verknappung der Primärenergien. Hier können innovative Lösungen und umsichtiges Energiemanagement zu einer Senkung der Unternehmenskosten bei den Wasserversorgern beitragen beitragen.

Seit August 2015 ist die Wasserversorgung Oberes Kollbachtal offiziell ein DIN EN ISO 50001 zertifizierter Betrieb. Hauptziel des Unternehmens damit ist die kontinuierliche Optimierung der Energieeffizienz, des Energieeinsatzes, des Energiemanagementsystems und der Prozesstechnologie unter Verwendung der, unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet, jeweils bestmöglichen Technik.

Was gehört noch zu den Aufgaben einer Wasserversorgung?

Grundsätzlich bedarf es einer ganzheitlichen Betrachtung in der Trinkwasserversorgung – immer unter der Prämisse der Nachhaltigkeit und der Ressourcenschonung – bezüglich

  • der ökologischen Aspekte
  • der sozio-ökonomischen Aspekte
  • der technischen Aspekte sowie
  • der Landnutzung.

Den rechtlichen Rahmen bilden hier seit je her das Wasserhaushaltsgesetz und die jeweiligen Landeswassergesetze. In den letzten Jahren hat zudem die EU eine führende Rolle übernommen, wenn es um die nachhaltige Gewässerbewirtschaftung geht – festgehalten in der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der EU-Grundwasserrichtlinie. Ergänzend zu den Vorgaben der Länder, des Bundes und der EU kommen auch gesundheitsrechtliche Vorgaben hinzu, hier ist die Trinkwasserverordnung bindend.

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