Wasser als Geschäft

Wem gehört das Wasser?

Während Wasser in Deutschland in ausreichender Menge und hoher Qualität zur Standard­versorgung gehört, wird sauberes Trinkkwasser vielerort weltweit zum knappen Hut. Während in Deutschland die Versorgung mit Trinkwasser in bester Qualität eine Kernaufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge ist und damit überwiegend in kommunaler Hand liegt, wittern internationale Konzerne im Zuge der Globalisierung und Privatisierung mit der kostbaren Ressouce Wasser ein lukratives Geschäft für die Zukunft. Wasser – das die Vereinten Nationen 2010 als Menschenrecht deklariert hat – wird zur profitablen Handelsware.

e4-3-1-xarth-23863725_xxlInternationale Konzerne, wie Nestlé, Veolia, Suez oder RWE, sind rund um den Globus in Sachen Wasser­ver­sor­gung aktiv – mit weitreichenden Folgen für die jeweiligen Regionen. So erwerben sie beispielsweise wo immer es möglich ist Trinkwasserquellen und fangen das Wasser in seinen Ursprungsgebieten auf, um es in Flaschen zu füllen. Die Folge: Der Grundwasserspiegel ganzer Regionen sinkt. Die dort lebenden Menschen müssen nun künftig das Wasser, das ihnen normaler­weise in der Natur frei zur Verfügung stände, teuer in Flaschen erwerben. Der Zugang zu sauberem Wasser und damit des Überlebens wird damit zu einer Frage des Geldes. Die Orientierungs- und Wert­maß­stäbe der Konzerne sind rein gewinnorientiert.

Unternehmerischer Erfolg ist wichtiger als der Zugang aller Menschen zu sauberem Wasser oder nachhaltiges Umwelt- und Ressourcenschutz. Für sie ist Wasser eine reine Handelware. Eine, die für die Unternehmen und ihre Aktionäre gute Gewinnchancen verspricht, für viele Menschen jedoch Not, Krankheit und sogar den Tod.

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Weltweit sehen die Menschen die Versorgung mit sauberem Trinkwasser aufgrund von Missstände dieser Art zunehmend als eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und die Forderung dieser Art von Geschäften Einhalt zu bieten, wächst zunehmend.

In Europa übernahmen Global Player als private Betreiber Aufgaben der öffentlichen Wasserversorgung. Die Folgen waren nicht selten Preissteigerungen, Qualitätsminderungen und Entlassungen. Außerdem wurde die bestehende Infrastruktur genutzt, aber keine Investitionen in die Instandhaltung oder Moderniesierung getätigt, da dies die Renditen mindern würde. Als dies deutlich wurde, kam es vielerorts zur Rekommunalisierung der Wasserversorgung, da Kommunen die Aufgabe haben, gemeinwohlorientiert und nicht profitorientiert zu handeln. Mehr unter Privatisierung und TTIP.

“Wasser darf nicht zur Handelsware werden”

e4-3-0-xart-6056604_xlDie bekannte Autorin und Wasseraktivistin Maude Barlow aus Kanada kritisiert, dass gerade in „trockenen Ländern“ extrem viel Wasser für die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion verbraucht wird. Dabei werden diese Produkte nicht selbst verzehrt, d.h. sie helfen nicht den Hunger in diesen Ländern zu bekämpfen, sondern sie sind – meist im Auftrag großer Konzerne – für den Export bestimmt. Ebenso prangert Maude Barlow die immer tieferen Grundwasserbohrungen an, die einen drastisch sinkenden Grundwasserspiegel zur Folge haben und sie kritisiert die wachsende Kontrolle des Wassermarktes durch Konzerne, wie es zum Beispiel bereits in den USA der Fall ist oder in weiten Teilen Afrikas.

e4-3-0-xart41810896_xxlDa Wasser lebensnotwendig ist, darf unser wichtigstes Lebensmittel aus ihrer Sicht auf keinen Fall zur Handelsware werden und seine Verteilung darf nicht einem profitorientierte, privat­wirt­schaft ­lichen System überlassen werden. In diesem Zusammenhang weist Maude Barlow auch darauf hin, dass es gerade diese Konzerne waren, die aktiv versucht haben, das UN-Menschenrecht auf Wasser zu unterbinden, das 2010 in die Allgemeine Menschenrechtscharta aufgenommen wurde.

 
 
 
 

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