Schwermetalle in der Diskussion

Unsicherheit beim Thema Uran im Trinkwasser

Bei Schwermetallen im Wasser verunsichert das Thema Uran viele Verbraucher am meisten. Denn beim Schwermetall Uran denkt fast jeder zuerst an Radioaktivität. Die meisten Uranisotope sind jedoch nur schwach radioaktiv. Die Gefahr des Urans im Trinkwasser liegt daher nicht in seiner Radioaktivität, sondern in seiner Giftigkeit.

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Uran - im Fokus der Öffentlichkeit
 

Uran im Trinkwasser – Uran im Tafel- und Mineralwasser

Wie eine Welle ging im 2008 die Meldung durch die Medien, dass an einigen Orten Deutschlands das Trinkwasser zu stark mit Uran belastet sei. Inzwischen haben in Bayern die wenigen Wasserversorger, bei denen die Richtwerte überschritten wurden, entsprechend reagiert, indem Aufbereitungsprojekte umgesetzt wurden. Als das Thema Uran erneut aufgegriffen wurde, stand diesmal nicht das Trinkwasser im Fokus, sondern das teurere Mineral- und Tafelwasser aus der Flasche.

Der Hintergrund: Die Hersteller von Mineral- und Tafelwasser müssen nicht einmal einen Uranwert auf ihren Etiketten angeben, sondern der Verbraucher kann sich lediglich daran orientieren, ob der Hinweis „für die Zubereitung von Babynahrung geeignet“ auf der Flasche angebracht ist. Ist dies der Fall, so kann davon ausgegangen werden, dass die Uranbelastung sehr gering ist. Sollte dies nicht der Fall sein, so kann die Menge durchaus den Maximalwert erreichen, beziehungsweise überschreiten.

Uran-Messdaten

Foodwatch hat eine Studie in Auftrag gegeben und meldete im Mai 2009, dass aufgrund der 825 Uran-Messdaten von 435 Mineralwasser-Marken jedes achte Mineralwasser zu hoch mit Uran belastet sei. 104 Messdaten von 55 Marken liegen über zwei Mikrogramm pro Liter, sodass hier laut Gesetzgeber nicht mehr mit dem Zusatz „für die Zubereitung von Babynahrung geeignet“ geworben werden darf. Allerdings gibt es ansonsten keine genau definierten Grenzwerte bei Mineralwässern.

Chemische Giftigkeit

Das Problem der Uranbelastung liegt nicht in der Radioaktivität, sondern in der chemischen Giftigkeit. Ein zu hoher Urangehalt im Wasser kann auf Dauer vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern zu Nierenschädigungen führen. Laut Studien der Toxikologen des Umweltbundesamtes kann davon ausgegangen werden, dass Wasser zum dauerhaften Genuss für Menschen aller Altersklassen geeignet ist, wenn der Wert die 10 Mikrogramm pro Liter nicht übersteigt.

Vier Marken und zwei Heilwässer überschritten diesen Wert jedoch und lagen somit über dem Richtwert, der in der neuen Trinkwasserverordnung als Grenzwert vorgesehen ist. Laut Dr. Stefan Herb vom Bayerischen Landesamt für Umwelt liegen jedoch die meisten Trinkwasserwerte, nämlich knapp 73% in Bayern, sogar unter 2 Mikrogramm, sodaß sie bedenkenlos und ohne jeden Vorbehalt zur Zubereitung von Babynahrung herangezogen werden können.

Informationen zu weiteren im Wasser vorkommenden Schwermetallen finden Sie >> hier

 
 
 

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